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Rocky Mountains Fahrrad Tour Fakten |
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Kanada Fahrrad Route: |
Prolog |
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Wieso Kanada ? Wieso die Rocky Mountains ? Alles Schicksal! Nun ich wollte einfach irgendwo auf dem Kontinent eine Fahrrad Tour unternehmen, dazu hatte ich auch das Fahrrad, welches in New York geduldig meine Rückkehr der mehrmonatigen USA Reise abwartete, über den Atlantik gebracht. Aber wann und wo genau überliess ich dem Schicksal. So kam es, dass ich in mitten der Reise, mitten im Lande, in einem Nationalpark, in einem Hostel, in einem Büchertausch-Korb, eine Karte der kanadischen Rocky Mountains Staaten Alberta und British Columbia fand! Die Sache war geritzt, die Entscheidung des "wo" wurde mir abgenommen, das "wann" ergab sich als ich einige Tage später den Flug von N.Y. nach Calgary (am äussersten rechten Kartenrand) buchte! Das Ziel sollte Vancouver am Pazifischen Ozean (am äussersten linken Kartenrand) werden und die grosse Herausforderung der Rocky Mountains lag dazwischen. So einfach war das! |
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Bereit für das Abenteuer Rocky Mountains. Zuerst durch den wunderschönen Banff Nationalpark. |
| Calgary Wo alles seinen Anfang nahm Geschafft! Da vorne erkannte ich das dreieckige, blaue Hostelling International Symbol mit dem Hüttchen und dem Tännchen. Ich war froh, hatte ich am Vortag reserviert, sonst wäre ich heute abgewiesen worden, das Haus war nämlich voll. Die Eincheck-Formalitäten waren schnell erledigt. Ich erhielt den oberen Liegeplatz in einem Kajütenbett und das Fahrrad einen Abstellplatz im Keller unten zugewiesen. Erschöpft liess ich mich auf das Bett fallen. Was für ein Tag! Heute Morgen früh hatte ich noch nervös hin und her gehend auf den vorbestellten Taxi-Service gewartet, der mich zum New York La Guardia Flughafen bringen sollte. Die Sohle meiner Schuhe hatte sich schon merklich abgetragen und immer noch nichts zu sehen von einem Fahrer. Trotz des leichten Regens war ich schon drauf und dran mit dem Fahrrad den langen Weg auf mich zu nehmen. Doch als ich an meine sonntägliche Spritztour durch den Häuser-Dschungel Manhattans dachte, wurde mir die Sinnlosigkeit dieses Unterfangens schnell bewusst. Schon gestern war ich froh gewesen, lebendig durch das Strassen-Ghetto gekommen zu sein, wie würde das erst mit all dem Gepäck beladen zur morgendlichen Hauptverkehrszeit auskommen? In diesem Moment kreuzte endlich ein Minibus auf. Natürlich wusste der Fahrer nichts von einem Rad und rümpfte zur Begrüssung zünftig die Nase. Scheinbar hatte ich meine Karten verspielt bei ihm, statt mich direkt zum Flughafen zu manövrieren, verwies er mich nach kurzer Fahrt auf einen grösseren Bus, welcher mich weiterbringen würde. Dieser Buslenker machte gleichfalls Probleme von wegen Fahrrad Transport, was mich aber kalt liess. Ich öffnete eigenmächtig das untere Gepäckfach, ordnete die Koffer und Taschen Platz gewinnend an und verlud meine Habseligkeiten. Meine Entschlossenheit schien ihn beeindruckt zu haben. Am Flughafen half er mir bereitwillig beim Ausladen und wünschte mir eine erfolgreiche Tour! Auch der Angestellte von Air Canada schaute eher skeptisch, als er mit meinem Sportobjekt konfrontiert wurde. Einige klärende Telefonate und er war wie ein anderer Mensch. Er kletterte über den Schalter und half mir mit Plastik und Klebstreifen das Fahrrad transporttauglich zu machen. Die Schlange hinter mir wurde immer länger und länger und wenig freundliche Kommentare drangen bis zu mir vor. Ich schmunzelte überlegen zurück und wickelte genüsslich noch eine extra Schicht Plastik rum! In Calgary angekommen, war ich sicher eine Stunde mit dem zweckmässigen Umpacken meiner Sachen in die zwei Karrimor Packtaschen beschäftigt. Als ich alles auf dem Gepäckträger festgezurrt hatte, liess ich es mir nicht nehmen, eine Ehrenrunde durch die riesige Empfangshalle abzuhalten. Dann machte ich mich bei anbrechender Dunkelheit auf den Weg ins Zentrum, zur Unterkunft. Die nächsten beiden Tage war ich mit der Organisation und Vorbereitung meiner bevorstehenden Tour beschäftigt. Die Top Priorität hatte dabei die Anschaffung eines Zeltes, eines Zuhauses für die kommenden Monate. Das Rad wurde einer gründlichen Reinigung und Revision unterzogen und in der Gegend ein wenig eingefahren. Die Kleider mussten gewaschen werden und die Haare aerodynamisch gestutzt werden. An einem Freitag, Ende Juli war es dann soweit, die Tour konnte beginnen. |
| Calgary - Banff Einzug in die Rocky Mountains Nur das Probepacken hatte ich verschwitzt. Es dauerte sicher eine Stunde bis alles perfekt verstaut am Velo baumelte. Dafür änderte sich diese Anordnung während der ganzen Reise nicht mehr, jedes kleinste Objekt hatte sein fest zugewiesenes Plätzchen, damit ich die Sachen auch blind, respektive im Dunkeln finden konnte. Ein Radweg führte mich am Olympiagelände der Winterspiele von 1988 vorbei aus der Metropole. Lange Zeit befürchtete ich einen Platten oder sonst ein Problem wegen der schweren Last hinten drauf zu erhalten, war das umgebaute Wheeler Mountain Bike doch bisher nur im Bergeinsatz erprobt, jedoch nicht als Lastenträger. Aber bald beruhigte ich mich und konzentrierte mich aufs Vorwärtskommen. Die Landschaft war eben, nichts zu sehen von den Rocky Mountains. Ich wollte die ersten Ausläufer des Gebirges unbedingt noch heute erreichen und sputete mich dementsprechend. Ich brauchte mich überhaupt nicht anzustrengen, die Freude an dieser Selbstverwirklichung wirkte wie ein Motorchen, es ging wie von alleine vorwärts. Am späten Nachmittag war es immer noch flach, wie es flacher gar nicht sein konnte. Die Strasse zog sich in gerader Linie gegen den Horizont, dem man die Erdrundung ansehen konnte. Nur kein Zeichen von irgendwelchen Bodenerhebungen, Hügeln, geschweige denn Berge. Das lokale Radio auf dem Walkman spielte überraschenderweise ein Lied des Kompatrioten Andreas Vollenweider. Dieser alpine Gesang schien die Natur umzustimmen, plötzlich erhoben sich vor mir die ersten Bergzüge und zwängten den Fluss und die Strasse in ein Tal hinein. Nun war ich drin, in den Rocky Mountains! Die Müdigkeit vergessend, setzte ich zum Endspurt an. Nach 8 ½ Stunden im Sattel, mit nur einem kurzen Rast, erreichte ich den Kurort Banff, Ausgangspunkt zum Banff Nationalpark. Diese erste Etappe über 150 km sollte auch gleich die längste des ganzen Trips sein. Obwohl mich unzählige Stechmücken davon abbringen wollten, schlug ich mein Zelt gut getarnt hinter einigen Tannenbäumen gleich neben der Jugendherberge auf, damit ich deren Infrastruktur gebrauchen konnte. Mit einem Pack Spaghetti und einer Dose Tomatensauce in der Hand, schlich ich mich in die Küche des Hostels..... Ich war schon wieder beim Abwaschen, als ich spürte, wie mich jemand von der Seite her anstarrte. "Bist du das Martin?" Ich brachte zuerst kein Wort heraus, als müsste ich über meinen eigenen Namen nachdenken. Stephy stand vor mir und lächelte mit den ihr typischen tiefen Grübchen in den Backen übers ganze Gesicht. Zuerst hatte ich ein wenig ein schlechtes Gewissen, war es doch damals in Toronto nicht ganz so einfach, ihr meine eigenwilligen solo Pläne mit dem Fahrrad klarzumachen. Wir waren beide als Backpacker unterwegs und ich glaube sie wäre gerne mit mir nach New York gefahren. Und jetzt? Sie wusste über meine Route in den Rocky Mountains genau Bescheid! Ein rein zufälliges Wiedersehen oder kalkulierte Absicht? Ich wusste es nicht und wollte es auch nicht wissen. Es war nur eine Woche verstrichen seither, und doch gab's so einiges zu erzählen. Eine Woche auf Reisen ist wie ein Jahr routiniertes Normalbürgerdasein. Fahrrad oder Frau? Ich schätzte ich wäre noch lange genug alleine mit dem Rad unterwegs, aber wie oft würde sich mir die Gesellschaft einer charmanten Frau anerbieten? (Und schlussendlich würde ich Recht behalten, hatte mehr Kontakt mit Bären als mit Frauen!) Also schlug ich ihr einen gemeinsamen Rafting Trip auf dem vier-plus-klassigen Kicking Horse River vor. Wir verbrachten einen adrenalinintensiven, spritzigen Tag zusammen, bis es erneut hiess, Abschied nehmen. |
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Der Johnston Canyon mit seinen Wasserfällen ist unweit von Banff, am Bow Valley Parkway gelegen. |
| Banff - Lake Louise |
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Flusslandschaft im Banff Nationalpark |
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Der Athabasca Gletscher ist ein Teil des mächtigen Columbia Icefield, zwischen den Ortschaften Banff und Jasper. |
| Rampart Creek - Sunwapta Pass - Athabasca Campground Gletscher Vergnügen Schon vor 8 Uhr machte ich mich an die steile Auffahrt zum Sunwapta Pass auf 2035 m Höhe. Mangels Alternativen gab's auf der Passhöhe eine teure Touristen Pizza zum Frühstück. Hier traf ich auch wieder auf die Hunderten von Busreisenden, viele davon Asiaten, die mich vorhin ohne grössere Anstrengung überholt hatten. Angelockt werden diese Massen vom gewaltigen Columbia Icefield, respektive vom Athabasca Gletscher, der sich bis fast zur Strasse herunter erstreckt. Mit einem mit mannshohen Rädern bestückten Schneemobil ratterte man eine Runde über das etliche Meter dicke Eis. Das allgegenwärtigen Rauschen der unterirdischen Schmelzwasserbäche und das etwas unheimliche Knacken der Oberfläche bezeugten, dass der Gletscher lebt und in ständiger Bewegung ist. Die (zu) vielen Leute veranlassten den baldigen Aufbruch. Eine eisige Abfahrt brachte mich an etlichen Wasserfällen vorbei ins etwas flachere Tal runter. Endlich war ich wieder umringt von kompletter Wildnis und Einsamkeit. Ein junger Schwarzbär tummelte sich in einem Tümpel in der Nähe des Flusses und verhalf mir zu einer Verschnauf- und Beobachtungspause. Die Etappe zog sich stark in die Länge, doch ich liebäugelte mit einem auf der Karte eingezeichneten Camping Platz, weil ich dort sicherlich auch etwas zum Essen auftreiben konnte. Seit der Morgenpizza und einem Getreideriegel hatte ich nichts mehr zu verzehren bekommen. Doch als ich endlich todmüde mein Ziel erreichte gab's da nur eine Holztafel mit der Aufschrift: "Welcome to Athabasca Campground. Please take any available spot and drop the fee in the box. Have a nice stay!" Ernüchtert über die mangelnde Infrastruktur warf ich nur die Hälfte des angegebenen Betrages in eine Art Briefkasten und hielt nach einem geeigneten Plätzchen Ausschau. Ich war schon dabei mein Zelt aufzubauen, als so ein mürrischer, rundlicher Wohnmobilinhaber daher kam und mich mit irgendwelchen fadenscheinigen Erklärungen wegweisen wollte. Der kam mir genau richtig, gereizt vor Müdigkeit und vom Knurren im Magen, steigerte ich mich langsam in eine lautstarke Diskussion. Ich kam immer besser in Fahrt, als mich plötzlich ein Pärchen etwas weiter oben zu sich winkte. Sie offerierten mir mein Wigwam neben dem ihren aufzustellen. Dankend nahm ich an. Perveen, eine Engländerin und Mario, ein Italiener, waren sehr zuvorkommend und offerierten mir sogar von ihrem frisch zubereiteten Abendessen an. Weiss nicht ob es aus lauter Gastfreundschaft war, oder damit ihnen mein knurrender Magen nicht die Nacht verderben würde. So leicht wie möglich unterwegs sein ist natürlich eine top Priorität als Radler, aber für etwas Proviant sollte man immer Platz haben! |
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Kanada ist auch die Heimat von Schwarzbären und Grizzly Bären. Und tatsächlich gab es eine nicht ungefährliche Begegnung mit einer Familie von Schwarzbären im Jasper Nationalpark. |
| Athabasca Campground - Jasper Village - Mt. Robson Campground Bärenattacke am Nationalfeiertag Am Morgen stand ich halt wieder vor einem ähnlichen Problem, ich vermisste das Frühstück. Trotzdem machte ich mich auf die Socken. Und siehe da, nur einige Kilometer weiter tauchte ein Hostel auf. Ich kaufte jemandem eine Büchse Tomatensuppe ab, wärmte das Mahl in der Hostel Küche, fand noch etwas Brot als Bonus und schon sah der Tag etwas verheissungsvoller aus. Ich versuchte die winterliche Kälte zu ignorieren und strampelte geduldig den ersten Sonnenstrahlen entgegen. Sobald die Sonne hier war taute ich langsam wieder auf. Der erste Höhepunkt heute bildeten die sehr eindrücklichen Athabasca Fälle und einem eisigen aber erfrischenden Bad in einem nahe gelegenen See. Den Rest des Morgens folgte ich mehr oder weniger immer dem Fluss bis ich Jasper Village erreichte. Zur Feier des Tages suchte ich mir einen gediegenen Gasthof aus und gönnte mir ein feines Menü mit Kartoffelstock, Fleisch und Gemüsebeilage, die erste richtige Mahlzeit seit Tagen. Bei einem kurzen Rundgang durch die Ortschaft kam ich mit einer ausgewanderten Schweizerin ins Gespräch. Ich fragte sie ein wenig aus, um mir über die weiterführende Route ins Klare zu kommen. Beiläufig empfahl sie mir eine ihrer Lieblings Hiking Tour: Durchs Tal der Tausend Wasserfälle zum Fusse des Mount Robson Gletschers. Wow, tönte sehr viel versprechend und zudem würde mir mein wundes Arsch für eine Sattelpause sicherlich dankbar sein. Ich machte ein entsprechendes Kreuzchen auf der Karte und brach mit blindem Vertrauen in westliche Richtung auf. Als ob der Tretesel nun wegen der geplanten Pause beleidigt wäre, fingen die Zahnkränze an, komische Geräusche von sich zu geben. Ich starrte immer wieder runter und versuchte den Schwachpunkt zu entdecken. Meistens hat sich nur etwas Dreck oder ein Ästchen eingenistet. Diesmal war nichts auszumachen. Ich war gerade dabei wieder aufzuschauen, als plötzlich zwei junge Schwarzbären genau vor mir die Strasse überquerten! Ich ging voll auf die Bremsen und nur dank einem gefährlichen Schwenker konnte ich den beiden ausweichen. Ich hielt sofort an und sah gerade noch wie sie verängstigt umdrehten und in die rettenden Büsche hoppelten. Vorsichtig näherte ich mich. Doch ein durch Mark und Bein gehendes Brummen, welches sicherlich nicht nach Kindergeschrei tönte, versetzte nun mich in die Flucht. Wie aus dem Nichts tauchte plötzlich die Bärenmutter auf. Vergessen waren die herzigen Plüschteddys, welche früher das Kinderbett mit mir teilten, das hier war echt, echt Adrenalin aufwirbelnd, mit einem verärgerten Schwarzbären war sicher nicht gut kuscheln. So schnell es eben ging mit dem voll gepackten Bike beschleunigte ich verzweifelt von Null auf "rette sich wer kann"! Ich dacht schon daran Ballast abzuwerfen um schneller zu werden, doch als ich einen kurzen Blick zurückwarf sah ich wie sich Mutter Petz rührend und hingebungsvoll um ihre Kleinen kümmerte, statt die Verfolgung des unbekannten rollenden Tieres aufzunehmen. Ich wollte es nicht darauf ankommen lassen und setzte meinen Weg mit pochendem Herzen fort. Immerhin hatte sich das Problem mit dem Wechsler von alleine behoben. Am späteren Nachmittag passierte ich eine dreifache Grenze, zwischen den Staaten Alberta und British Columbia, vom Jasper in den Mt. Robson Nationalpark und von der Bergzeitzone in die Pazifikzeitzone. Äusserst motiviert ab dem bisher erreichten, bezwang ich den 1146 m hohen Yellowhead Pass spielend. Etwa 100 km hatte ich schon hinter mir und war nicht ganz abgeneigt bald mal mein Lager aufzuschlagen. Trotzdem hatte ich mir die fixe Idee in den Kopf gesetzt, den Mt. Robson Campground anzusteuern. Mit "weinendem Auge" liess ich einen idyllisch an einem See gelegenen Zeltplatz links liegen und strampelte weiter. Zum x-ten Mal drehte ich die Metallica "Load" (und somit einzige) Kassette, welche mich mit ihrem aggressiven Sound vorwärts peitschte. In Gedanken verloren erreichte ich knapp vor dem Eindunkeln das siebte Etappenziel. Auf dem Camping hatte sich noch eine grössere deutsch/holländische Radlertruppe einquartiert und ich teilte ein Flecken Erde neben ihnen. Auf dem Weg zur ersten Dusche seit drei Tagen, erinnerte mich ein Zelt mit gehisster Schweizerfahne an unseren heutigen Nationalfeiertag. Doch war ich viel zu erschöpft für irgendwelche Festlichkeiten! |
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Der Emperor Wasserfall ist einer von vielen im Tal der 1000 Wasserfälle auf dem Berg Lake Trail. |
| Berg Lake Trail I Hiking ins Tal der Tausend Wasserfälle Schon frühmorgens machte ich mich an die Vorbereitungen für das bevorstehende Trekking: ausreichend Proviant kaufen, Wasserflaschen füllen, alles Notwendige von den Packtaschen in den Rucksack umpacken und im Besucherzentrum eines der limitierten Trekking-Permits beantragen. Trotz meiner Spontanität gelang es, obwohl die Strecke oft wochenlang im Voraus ausgebucht ist. Einmal mehr erwies es sich als gute Entscheidung, das Mountain Bike als Touring Bike umgebaut zu haben. Somit konnte ich die ersten sieben Kilometer querfeldein Zeit gewinnend per Rad zurücklegen. Als es zu steil und ungemütlich wurde mit dem randvollen Rucksack auf dem Rücken, versteckte ich es etwas abseits, gut angekettet und getarnt unter einigen dichten Büschen. Nun ging's aber wirklich zu Fuss weiter. Zuerst folgte ich einem schmalen Pfad durch dunklen Wald, bis zu einem bezaubernden See. Die umliegenden schneebedeckten Berge spiegelten sich magisch in dessen windstillen Oberfläche. Schnell einmal bereute ich soviel Esswaren mitgenommen zu haben, weil es mir schmerzhaft auf den Rücken drückte. Also verschlang ich beim ersten Rast soviel ich konnte. Auf der anderen Seite des Sees führte mich ein Fluss in einem steinigen, übergrossen Flussbett weiter. Genau als es leicht zu tröpfeln begann, erreichte ich eine Unterschlupf bietende Holzhütte. Die grauen tief hängenden Wolken deuteten nicht unbedingt auf eine baldige Wetterbesserung hin, deshalb machte ich mich wieder auf den Weg. Durch meinen gewohnt schnellen Gang holte ich bald eine dreiköpfige Expeditionsgruppe aus Calgary ein. Zuerst schloss ich mich ihnen nur inoffiziell an, doch dann kamen wir ins Gespräch und nahmen zusammen das Tal der Tausend Wasserfälle in Angriff. Die gestrige Beschreibung der Kompatriotin war wirklich nicht übertrieben. Auf beiden Seiten fielen wuchtige Wassermassen in das enge Tal ein und boten ein einmaliges Spektakel. Wegen des etwas stärker einsetzenden Regens, erwägten wir die Option eines der Zwischencamps anzusteuern, doch schlussendlich waren wir alle viel zu ambitiös um nur halbe Sachen zu machen. Der Pfad führte steil aufwärts, über Geröll und Gesteinsbrocken, immer begleitet vom Tosen irgendeines Wasserfalls. Wir überholten sogar noch eine andere Gruppe Wanderer und es kam noch zu so etwas wie einem Wettlauf zwischen unseren beiden Expeditionen, weil es beim Mt. Robson Basislager nur limitierte Plätze fürs Zelten gab. Nach dem Tal der Wasserfälle wurde es wieder etwas ebener und wenig später kamen wir schon zum Berg Lake. Unsere Truppe setzte sich dank dauernder gegenseitiger Motivation durch und so mussten die anderen wohl oder übel anfangs See ihr Lager aufschlagen. Nun fehlten nur noch einige Kilometer dem Ufer des Sees entlang bis zum Basislager. Von weitem konnte man schon die ersten Ausläufer des Gletschers erkennen. Endlich geschafft. Glücklich über unseren errungen "Sieg" standen die Zelte bald einmal, an wunderschöner Lage zwischen zwei Seen, am Fusse des Mt. Robson und seines Gletschers. Die alpine Umgebung strahlte wirklich eine unvergleichliche Schönheit aus. Sogar die grauen Wolken trugen mit ihrem teilweisen Abzug das ihre bei und gaben kurz vor dem Sonnenuntergang noch den blauen Himmel frei. Nach dem Abendessen verstauten wir alles Essbare bärensicher in einer grossen Holzkiste im Schutzhaus. Wir spielten noch einige Runden Karten, doch die Müdigkeit überkam uns völlig, die Augen schlossen sich wie von alleine. Was gibt es da schöneres als sich in den warmen Schlafsack zu kuscheln? |
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Berg Lake und der Berg Gletscher am Fusse des Mount Robson. |
| Berg Lake Trail II, Mount Robson Campground - Valemount Duathlon zum Zweiten Auf's Dach prasselnde Regentropfen weckten mich auf. Ungewollt entwichen mir ein paar Wetterflüche, was aber an der Tatsache nichts änderte. Nach einem schnellen Frühstück packte ich alles möglichst ohne nass zu werden ein. Ich verabschiedete mich von den Kanadiern, welche noch weiterziehen würden, und nahm den 22 km langen Rückweg in Angriff. Der Regen spornte mich zu einem zügigen Tempo an und so war ich selber erstaunt wie schnell ich plötzlich wieder vor meinem geliebten Fahrrad stand. Der letzte Abschnitt war ein Kinderspiel, und forderte mehr Geschicklichkeit im Downhill als echte Kondition. Da sich die Wettersituation unten im Tal von der besseren Seite zeigte als der immer noch in einem unmodischen, grauen Wolkenrock bekleidete Mt. Robson, beschloss ich zur Abwechslung noch eine Radtour zu unternehmen. Ich brauchte geschlagene zwei Stunden um mich wieder zu organisieren, die Habseligkeiten wieder am altbewährten Plätzchen zu verstauen und die ganze Ausrüstung sicher festzuzurren. Aber dann ging's mit voller Kraft voran, als ob ich die zweitägige Pause auch wirklich als Pause genutzt hätte! Ich verliess den Mt. Robson Nationalpark und kam ins Gebiet des "gewöhnlichen" Kanada, was aber nicht minder attraktiv war. Nach 80 km zwang mich die Dunkelheit ein Nachtlager zu suchen, was hier im Niemandsland das kleinste Problem war. Ich wählte eine von einem Hügel und Bäumen geschützte, perfekt scheinende Wiese, etwas abseits der Strasse. Jedoch war ich innert Sekunden von Tausenden von Mücken umzingelt. Ich versuchte mich mit langärmligen Kleidern, der Kapuze, Handschuhen und Repellent im Gesicht vor dem Schlimmsten zu schützen. So schnell hatte ich das Zelt noch nie in meinem Leben aufgestellt! Fehlte nur noch ein Spurt durchs mannshohe Grass zum Waldrand, möglichst weit weg vom Camp, um den Proviant meines Erachtens bärensicher auf einen Baum zu binden. Schwärme von Radfahrer verehrenden Blutsaugern verfolgten mich auf Schritt und Tritt. Dann aber Reisverschluss zu und ich war gerettet! Ich klatschte die letzten hartnäckigen Eindringlinge zu Tode und lächelte den draussen vor dem Moskitonetz immer noch tobenden Insekten triumphierend zu. Man kann nicht immer gewinnen, auch ich musste schon hungrig ins Bett. Als ich aber die rot angeschwollenen Stiche zählte, zogen sich die Mundwinkel des Lächelns rapide nach unten, mein Körper sah aus wie ein viel gepunktetes Marienkäferchen! |
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Eindrückliches Spiegelbild im Kinney Lake. |
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Obwohl es etliche Zeltplätze entlang der Route gibt, sind diese halt auch nicht immer genau dort verfügbar wo der müde Tourenfahrer nächtigen möchte. Somit blieb nur noch das wilde Campen als Alternative. |
| Valemount Camp - Blue River 3 Tankstellen, 3 Tankstellenshops, 3 Beizen, 1 Campground Was ist schlimmer, Regen oder Moskitos? Immerhin vertragen sich die beiden nicht gut miteinander und darum begrüssten mich heute Morgen mehr Regentropfen als Moskitos. Dank der angeeigneten Routine stand ich trotz allem bald abfahrbereit vorne an der Strasse. Das Frühstück hing auch immer noch am Baum, etwas aufgeweicht vom Regen zwar, aber immer noch den Zweck erfüllend. Emotionslos pedalte ich dem Yellowhead South Highway entlang, begleitet vom Thompson River, der hier noch als Bächlein ganz am Anfang seiner grossen Karriere stand und mir den ganzen Tag abwechselnd auf beiden Seiten Gesellschaft leistete. Ehrlich gesagt war ich auch schon besser drauf, der gestrige Mammuttag war immer noch allzu deutlich in allen Körperteilen zu spüren und irgendwie fühlte ich den Ausbruch eines Fiebers. Das deprimierende Wetter gab noch den Rest. Durch viel gutes Zureden und Selbstmotivation bekämpfte ich meine eigene Psyche und schaffte es irgendwie bis Blue River. Das Kaff war zwar nicht ein grossartiger Aufsteller und bestand grundsätzlich nur aus einigen Tankstellen mit den zugehörigen Tankstellenshops, etwa gleich vielen Gaststätten und einem Campingplatz. Ein gelangweilt wirkender Typ wies mir aus dem Rezeptionswohnwagenfenster lehnend und mit dem Zeigefinger gestikulierend ein Plätzchen zu und hatte noch die dreiste Idee zu fragen wie lange ich bleiben wolle. Mich schauderte nur schon der Gedanke länger als eine Nacht bleiben zu müssen und hoffte, dass mein Gesundheitszustand nicht so gravierend war, wie es sich zurzeit anfühlte. Die Mückenplage war ähnlich misslich wie gestern, ich glaubte sogar einige dieser Fieslinge wieder zu erkennen. Egal, nach vollendetem Zeltaufbau setzte ich mich in eine Beiz und gaffte so lange die Abschlussfeier der Olympiade in Atlanta, bis sie mich durch drohende Blicke und halblaute Bemerkungen rausekelten. Widmete ich mich halt noch der mitgeschleppten und praktisch nie benutzten Lektüre von "Casino". Das heisst nicht das Buch sei so fad, vielmehr fehlte mir schlicht die Zeit. Lange machte ich es auch jetzt nicht, noch vor 7 Uhr überkam mich der Genesungsschlaf! Blue River - Clearwater Regen, Regen, Regen... Trotz der über zwölf Stunden Ruhezeit ging's mir leider nicht viel besser, doch was blieb mir anderes übrig als wieder auf den Sattel zu steigen? Das morgendliche Gewitter war auch schon wieder pünktlich am Wasser lassen und der heftig aufkommende Wind war bestrebt möglichst in Gegenfahrtrichtung zu wüten. Als kleiner Trost konnte die immer noch feuchte Regenjacke nicht mehr viel nässer werden und die Motivation nicht mehr viel tiefer sinken. Aber dieses ganze Selbstmitleid zauberte auch wieder ein Lächeln der sportlichen Gleichgültig aufs Gesicht, ich duckte mich in die aerodynamischste Position und trat umso härter in die Pedalen. Man muss halt die Vorteile des miesen Wetters sehen, sprich man verliert keine Zeit mit Rasten und Essen, respektive in voller Fahrt wurden Bananen und Granola Riegel zuhauf verschlungen. Ich befand mich in einem richtigen Biker Delirium, hatte meinen Blick auf den Ausschnitt zwischen der gelben Mittellinie und der weissen Seitenlinie fixiert und raste wie ein Besessener durch das Thompson River Tal. Obwohl ich unendliche male auf die Karte vor mir auf der Lenkertasche spähte, änderte sich überhaupt nichts, keine einzige Strassenkreuzung oder Fleckchen Zivilisation war eingezeichnet auf den nächsten 100 km! Der Regen hatte zwar etwas nachgelassen, der Wind stellte sich aber unvermindert intensiv gegen mich. Konstant wechselte ich die Sitzhaltung, positionierte die Hände zwischen dem Lenker und den Hörnchen, rückte die Mütze zurecht und die Brille rutschte auch immer zur Nasenspitze vor. Die Suche nach einem Radiosender erwies sich als endlose Geduldsprobe. Normalerweise gab's nur in einem bestimmten Umkreis einer Ortschaft einen einigermassen rauschfreien Empfang. Doch statt Musik herrschen dann lokale Neuigkeiten vor, wie das so-und-so-vielte Jubiläum der Dorffeuerwehr oder wie es kanadischen Auswanderern in Irland erging. Vielleicht noch ein Kochrezept verbunden mit den Resultaten eines Pferderennens und der dazu passenden Diskussion über Tierkrankheiten. So musste ich halt oft selbst musisch aktiv werden... zum Glück konnte mich niemand hören! Nachdem mir die Bananen und Getreide Riegel schon lange ausgegangen waren, erblickte ich endlich die Umrisse von Clearwater. An einer Tankstelle verspachtelte ich das soeben eingekaufte Nachtessen auf der Stelle. In der Hoffnung in der freien Natur ein Plätzchen zum Zelten zu finden, entschied ich mich gegen eine Übernachtung im Dorf. Doch mein Plan schien zu scheitern, den ganzen Tag durchquerte ich sozusagen einen riesigen Campingplatz, aber genau jetzt verengte sich das Tal beträchtlich. Auf der rechten Seite rückte der Bergzug bis an den Strassenrand vor und auf der linken Seite machte mir der immer grösser werdende Thompson River einen Strich durch die Rechnung. Wegen der sich anbahnenden Abenddämmerung geriet ich immer mehr unter Zugzwang. Schlussendlich bat ich eine Bäuerin um Erlaubnis auf ihrem Territorium zu campen. Freundlicherweise lud sie mich sogar ins Haus ein, doch bevorzugte ich das Ufer des Thompson. Es dauerte zwar noch eine Weile bis ich mit Hilfe der Taschenlampe eine kuhfladenfreie Fläche fand, dafür schlief ich anschließend mit dem Rauschen des Flusses umso schneller ein! |
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Lang, sehr lang können sich die Strassen um die Bergzüge winden. |
| Clearwater - Kamloops Der ominöse Kilometer 1'000 Guten Morgen Regen! Man gewöhnte sich daran. In der letzten Woche hatte ich das Zelt nie trocken in die Hülle gestopft. Die ersten ein bis zwei Stunden mit knurrendem Magen zu pedalen war auch nichts Neues mehr, es diente als Motivationsfaktor, nur schon der Gedanke an etwas zum Beissen machte mich doppelt so schnell. Was wird als erstes auftauchen, ein leidiger Tankstellenshop, ein Supermarkt, eine Bäckerei oder gar ein Restaurant? Es sollte letzteres sein. Ich hatte grosse Lust auf ein typisches amerikanisches/kanadisches Frühstück, mit Eiern, Speck, Hashbrowns, Toast und einem Kaffee. Dazu noch eine Zeitung, obwohl die hier draussen immer einen Tag hintendrein hinken. In der Zwischenzeit hatten sich die dunklen Wolken verzogen und liessen vereinzelte Sonnenstrahlen durchdringen. Voller Enthusiasmus setzte ich meinen Weg fort. Schon bald war ich wieder im gewohnten Trott, mehr beschäftigt mit Berechnungen zur Planung der weiteren Route, als mit der Wahrnehmung und Begeisterung für die Umgebung und die Natur. Mein heutiges Tagesziel war Kamloops, die erste grössere Ortschaft seit dem Verlassen von Calgary, eine gut 100 km lange Strecke. Ich habe mir vorgenommen dort eine Pause einzulegen und das Stadtleben auszukosten: Feine Frühstücke wie vorhin oder ein Original Quaker Croquant Müsli schlemmen, ein richtiges Stück Fleisch geniessen, in einem Bett schlafen, lesen, fern sehen, ins Kino gehen, ins Nachtleben stürzen....! Vorläufig aber schlug ich mich mit dem stärker aufkommenden Verkehr rum: Lastwagen preschten mit mörderisch kleinem Abstand vorbei und windeten mich schier in den Strassengraben und Personenwagen streiften mich beinahe mit ihren gewagten Überholmanövern. Hätte mich Wunder genommen, was die alle denken von dem überladenen Fahrrad und meiner Mission. Einige brachten ihre Ungeduld und Unmut mit aggressivem Hupen zum Ausdruck, andere gaben durch die runter gekurbelten Fenster einen aufmunternden Spruch zum besten wie „Nur noch 100 Kilometer bis zur nächsten Bar!“, „Musst mal super tanken!“, „Die nächste Steigung wird noch steiler!“ Manchmal drehten sich die Kinder auf den Rücksitzen um und lächelten mir aufmunternd zu. Sonst kann der Biker Alltag recht einsam sein. Meistens beschränkten sich die sozialen Kontakte auf den üblichen Small Talk mit den Tankstellenshopsangestellten, Fragen zu den Strassenverhältnissen meinerseits und einige wenige Automobilisten interessierten sich noch für den Ausgangspunkt und das Ziel meiner Route. Darauf starrten sie mich oft mit diesem Blick zwischen „der spinnt ja“ und stiller Bewunderung an, stiegen wieder in ihre Wagen und weg waren sie. Ehrlich gesagt tat aber diese minimale Andeutung von Anerkennung trotzdem gut. Am späteren Nachmittag fing der Körper an zu rebellieren. Alle möglichen Körperteile gaben Krampfgelüste und Schmerzsignale von sich und drohten in den Streik zu treten. Die Häufigkeit der Erholungspausen erhöhte sich und ich kam nur noch langsam voran. Die Stadt wollte und wollte nicht näher rücken. Alles Umrechnen von Meilen in Kilometer änderte nichts an der Tatsache und auch das halbe Duzend Bananen und Power-Riegel blieben praktisch wirkungslos. Endlich erreichte ich wenigstens die Agglomeration. Ich dachte ich könne den Rest noch durchhalten, als es wieder anfing im ganzen Körper zu rumoren. Erschöpft sackte ich zur Erde, schleppte mich zu einem Elektrizitätspfosten und lag wie benommen da. Auf dem Walkman wurde äusserst laut gerockt und trotzdem nickte ich ein. Die spätere Kalkulation ergab, dass ich genau bei Kilometer 1'000 diesen Erschöpfungskollaps hatte! Erst das Klicken bei Kassetten Ende holte mich wieder in die Realität zurück. Ich raffte mich auf und zwang mich zum letzten Mal auf den Sattel. Es war nicht mehr weit bis ins Zentrum und zum Glück fand ich das Hostel auf Anhieb. Eine wohltuende Dusche und ein selbst gekochtes Reis-o-Roni mit frischem Gemüse peppten mich wieder etwas auf. Der Schlaf würde den Rest besorgen! |
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Ein Bad in einem kühlen Bergsee erfrischt Körper und Seele. |
| Kamloops Bei Reifenpanne im Gericht "Schuldig!" zischte der Richter, rückte seine weiss gekrauste Perücke zurecht und liess seinen Blick über alle Anwesenden schweifen, bis er schlussendlich auf dem Angeklagten haften blieb. Der Hammer krachte mit solcher Wucht auf den Holztisch, dass der ganze Raum erschütterte. Das Urteil war besiegelt, der Rechtsspruch konnte nicht mehr widerlegt werden. Über wie viele Schicksale wurde hier schon entschieden? Doch das war nur nebensächlich, mein jetziges Schicksal wollte nur ein dringliches morgendliches Geschäft erledigt haben. Noch schlaftrunken wandelte ich durch den grossen Gerichtssaal zur Toilette. Was für eine ausgefallene Idee, ein ehemaliges Gerichtsgebäude in eine Jugendherberge umzufunktionieren. Dort wo früher vielleicht die Geschworenen debattiert hatten oder die noch zu Verurteilenden auf die Verhandlung gewartet hatten, stehen heute Kajütenbetten und bieten Durchreisenden eine Bleibe. Alle Räume sind mit reich verziertem Holz eingekleidet und geben ein echt heimeliges Gefühl ab. Dementsprechend gut und lange habe ich geschlafen. Mit einem Original Quaker Croquant Müsli mit Erdbeeren Joghurt und Milch erfüllte ich mir gleich den ersten Wunsch an meinem freien Tag. Trotz allem wollte ich mal nach dem Fahrrad unten im Keller sehen. Doch das sonst so treue Baby wartete mit einer Überraschung auf: Plattfuss! Na ja, besser heute als irgendwo im verregneten Niemandsland. Sofort machte ich mich an die Reparatur. Zudem inspirierte mich die nebena nstehende Waschmaschine, den Kleidern auch mal wieder ein erfrischendes und wohlriechendes Bad zu gönnen. Im Weiteren nutzte ich die Zeit zum Lesen, Schreiben und Relaxen. Sogar ein Kino gab's in Town, mit dem Film „Multiplicity“, mit Billy Cristal in der Hauptrolle. Ansatzweise kam aber doch das schlechte Gewissen über das dolce far niente auf. Die Entscheidung die Pause auf diesen einten Tag zu beschränken war schon gefasst, schliesslich wartete die Pazifik-Küste auf mich! Kamloops - Cache Creek Blutsbrüder Zuerst folgte ich dem Kamloops Lake, welcher später unmerklich wieder zum gewaltigen Thompson River wird. Den ganzen Tag ging's hoch und runter, und wieder hoch und wieder runter... zum schwindlig werden. Trotzdem meisterte ich diese Etappe bravourös, die Pause hatte mir glaube ich gut getan, und auch das Fahrrad rollte wieder wie von alleine. Gegen Abend dinierte ich einen ungesunden Wendy-Burger und fettige Wendy-Fritten. Zur Verdauung dieser Essenssünde strampelte ich noch eine gute Stunde weiter, aufmerksam die Gegend nach einem zweckmäßigen Nachtlager auskundschaftend. Plötzlich entdeckte ich linkerhand am Waldrand einige Zelte und Trucks. Als ich mich der im Kreise versammelten Gruppe näherte, erkannte ich sofort ihre indianischen Gesichtszüge. Sie warteten auf weitere Stammesbrüder um hier ihr jährliches Pow-Pow (Versammlung) abzuhalten. Grosszügig liessen sie ihren Blutsbruder auch sein Tipi in ihrem Dorf aufstellen, was ich mit respektvollem Abstand auch tat. Hough, grosses Bleichgesicht hat gesprochen! |
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Der Verkehr hielt sich in sehr vernünftigem Masse und das Fahrrad fahren in Kanada ist ein reines Vergnügen. |
| Cache Creek - Lillooet |
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Der Anstieg zum Duffy Lake war ziemlich anspruchsvoll, doch die tolle Aussicht liess die Anstrengung schnell vergessen. |
Pemberton - Whistler |
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Die Route 99 von Whistler traf bei der Horseshoe Bay auf den Ozean und es war nicht mehr weit nach Vancouver. |
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Squamish - Vancouver |
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