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Reiseberichte Mexiko
Huasteca Potosina, San Luis Potosi


 

Die Huasteca Potosina befindet sich im Osten des Staates San Luis Potosi. Die Gegend gilt als absoluter Geheimtipp, liegt sie doch weit abseits von den bekannteren touristischen Attraktionen Mexikos. Diejenigen die sich bis hierher verirren, werden von wunderbaren Landschaftsbildern und kleinen Naturwundern verwöhnt und lernen das Land von einer ganz anderen Seite kennen. Obwohl es keine eigentliche Wanderwege gibt, lässt es sich auf den kleinen Naturwegen, wo meist nur die Anwohner abgelegener Dörfer verkehren, in aller Ruhe wandern. Die Wasserfälle Micos, Tamasopo, Tamul; oder der "Sotano de las Golondrinas" sowie "El Castillo del Inglés" oder "La Media Luna" sind ohne Probleme zu Fuss erreichbar und die Gegend ist echt hübsch zum Wandern.

 

Las Pozas - El Castillo del Inglés


 

Vom niedlichen Bergdorf Xilitla führt ein Weg dem Berghang entlang abwärts. Nach etwa einer Stunde gelangt man zu “Las Pozas”, ein kleiner Bach, welcher zuerst eine grössere Felswand überwindet, um dann mehrere Schwimmbecken zu formen.

Hier bei diesem idyllischen Flecken Dschungel befindet sich auch der surrealistische Park des Aristokraten und Millionärs Sir Edward James: El Castillo del Inglés oder eben Das Schloss des Engländers. Vielmehr als ein Schloss sind es aber etliche Gebäude und Strukturen, meist aus Beton, welche zum Teil gut versteckt in die Vegetation eingewachsen sind. Kleine Wegchen und Treppen führen durch den Wald und plötzlich steht man wieder vor einer überraschenden und eindrücklichen Schaffung des Künstlers. Insgesamt gibt es etwa 36 Strukturen mit so verheissungsvollen Namen wie “Das Möchtegern Kino”, “Die Tigerterrasse”, “Das Bambus Schloss”, “Das Haus mit 3 Stockwerken obwohl es 5 sein könnten”, “Der Tempel der Enten” etc.

Las Pozas El Castillo del Ingles

 
 
Castle of Sir Edward James
Natural leaves and the artificial leaf of Edward James' Park


The British aristocrat and millionaire Sir Edward James built this garden with its surrealistic concrete structures entwined by the jungle vegetation, in midst of an idyllic rainforest called Las Pozas or El Castillo del Ingles as the locals say, close to the village of Xilitla.

 

Sótano de las Golondrinas


 

Vertical wall of Sotano de las Golondrinas

Das frei übersetzt als “Schwalbenkeller” bezeichnete Loch oder Tageslichtschacht ist einer der eindrücklichsten und grössten der ganzen Welt. Der "Sotano de las Golondrinas" ist 333m tief auf einer ersten Ebene, und bis zu 500m auf der zweiten und hat einen Durchmesser von 60m. Die vertikale Höhle vergrössert sich nach unten glockenförmig, wobei die Sicht nicht bis ganz unten reicht, da sich der Blick in der Dunkelheit verliert. Bei Abend Anbruch kreisen Tausende von Schwalben und Papageien unter wildem Gekrähe spiralförmig in den Schacht runter und benutzen die Nischen in der vertikalen Felswand als ihr zu Hause.

Der “Sotano de las Golondrinas” liegt in der Nähe des Dörfchens Aquismon und ist in etwa 4 Stunden zu Fuss erreichbar oder man schliesst sich einer Gruppe an und lässt sich im Jeep zur Höhle hochfahren.

Sotano de las Golondrinas, the Cave of Swallows, with its depth of between 330 and 370m, is one of the world’s deepest pit caves. Thousands of swifts (birds similar to swallows) and parrots live in the niches of the vertical walls and offer an unusual spectacle when they circle around the entrance of the cave.

 

Cascadas de Micos


 

Die Wasserfälle von Micos, unweit des Städtchens Ciudad Valles, sind wie Treppenstufen, auf denen der Tamasopo Fluss nach unten steigt. Die Lagunen die sich am Fusse der Wasserfälle bilden sind ideal für ein erfrischendes Bad. Ein echtes Abenteuer ist auch zum obersten See hoch zu wandern, dann dem Wasserfall nach in den tiefer gelegenen See springen, diesen durchschwimmen, die nächste Stufe runterspringen, schwimmen, springen, schwimmen... Zuunterst angekommen kann man sich von frischem Fisch vom Grill und anderen Köstlichkeiten an einem der zahlreichen Verkaufsständen verwöhnen lassen.

The waterfalls of Micos are like a set of stairs where the river Tamasopo gradually makes its way down. Several natural pools are perfect for swimming.


Micos waterfalls in the heart of the Huasteca Potosina

 

Tamasopo


 

One of the waterfalls around Tamasopo

Das Dörfchen Tamasopo liegt hübsch in einem fruchtbaren Tal gelegen. Nicht umsonst heisst das Wort „Tam-Azote“ in der Sprache der Azteken „Platz der Wasserfälle“, gibt es doch ganz in der Nähe einige sehr attraktive Exemplare.

Etwa 3 km von Tamasopo liegt ein idyllisches Plätzchen, welches ganz einfach “Las Cascadas” (die Wasserfälle) heisst. Heutzutage ist der Ort als Naturpark abgetrennt, was zwar etwas den Charme nimmt, aber somit ist er immerhin auch etwas geschützt. Natürlich gibt es etliche Wasserfälle, welche zwischen dichter Vegetation von den Felsen runter in kleine Lagunen fallen. Die ganz Mutigen klettern dem Wasserfall entlang hoch und springen dann mitten drin runter. Eine andere Option ist sich mit einer Liane so weit wie möglich über die Lagune zu schwingen und dann im richtigen Moment abspringen.

 
 
Lagoon and small waterfall arond Tamasopo


The ancient Aztecs called this place "Tam-Azote", Place of Waterfalls and yes you guessed correctly, there are several waterfalls and small lagoons around the lovely village of Tamasopo.


 

El Puente de Dios de San Luis Potosi


 

Huasteca Potosina, San Luis Potosi - Puente de Dios

El Puente de Dios, one of the biggest attractions in the Huasteca Potosina in the state of San Luis Potosi, is a natural bridge or tunnel with an incredibly nice lagoon where waterfalls pour down on all sides.

Die heutige Wanderung führte mich in etwas mehr als einer Stunde zu “El Puente de Dios” (Die Brücke Gottes), einer der grössten Attraktionen in der Huasteca Potosina im Staate San Luis Potosi. Der Ort lag gut versteckt in mitten eines dichten Regenwaldes. Das letzte Teilstück führte noch auf einer steilen Treppe den Abgrund runter. Erst als ich nur noch einige Meter davor entfernt war, konnte ich das blau schimmernde Wasserloch erkennen. Auf allen Seiten stürzten kleine Wasserfälle in die Lagune und verliehen dem Ort etwas sehr magisches, als ob jeden Moment Elfen daher kommen würden. Ich kletterte noch weiter runter und entdeckte auf der anderen Seite den aus einer Höhle kommenden unterirdischen Abfluss, welchen ich natürlich nicht unerforscht lassen konnte. Zuerst konnte man noch einfach reinspazieren. Doch dann wurde es sicher bis 10m tief, was man durch das kristallklare Wasser leicht erkennen konnte. Schwimmend und tauchend kämpfte ich gegen die Strömung durch den Tunnel, unter der Brücke Gottes durch, bis ich schlussendlich zum Felswasserbecken kam. Auf dem Rücken schwimmend drehte ich eine Runde, liess meinen Blick der Felswand empor durch die Baumkronen schweifen, beobachtete wie etliche Vögel skandalfreudig kreischend über mir kreisten und war absolut begeistert von diesem Naturwunder.

 

La Media Luna


 

La Media Luna (Halbmond) ist eine bis zu 36 m tiefe, herrlich blaue Lagune, wo 6 Quellen entspringen. Angeblich dauert es etwa zwei Jahre bis das Wasser durch die Sierra durchgesickert ist und hier wieder entspringt. Bei Wassertemperaturen zwischen 27-30° ganzjährig, lässt es sich natürlich wunderbar schwimmen.

Vom Städtchen Rio Verde sind es 15 km bis hierher, wobei nur auf einer Teilstrecke öffentliche Verkehrsmittel verfügbar sind. Zu Fuss kann man ganz einfach dem Hauptkanal folgen, vorbei an vielen Fruchtbaum Plantagen und Äckern, wo die Bauern immer noch sehr traditionsgemäss die Felder mit Pferd und Pflug bestellen.

 

Cascada de Tamul


  Tamul Waterfall

The Rio Gallinas forms the spectacular Tamul Waterfall that crashes down from a height of 105m on the Rio Tampaon. In the rainy season the breadth of the waterfall can be up to 300m.

Der Rio Gallinas formt den spektakulären Wasserfall von Tamul, welcher aus 105m auf den Rio Tampaon stürzt. Je nach Niederschlägen kann der Wasservorhang bis zu 300m breit sein, eingerahmt von dichter Vegetation.

Ausgangspunkt des Ausfluges ist das Dörfchen Tanachin. Hier lassen sich Boote und Führer mieten. Da ich erst am späten Nachmittag eintraf und sonst keine willigen Abenteurer mehr auszumachen waren, wollte anfänglich niemand die Tour mit mir machen. Schlussendlich anerbot sich der 15-jährige Nestor mich zu begleiten. Er schwang sich auf sein Fahrrad und wies mich an, ihm per Anhalter zu folgen. Kein Problem, die Leute in diesen ländlichen Gegenden sind immer sehr hilfsbereit und schon bald verfolgte ich Nestor auf der Ladefläche eines Pick-Ups. Eine gute halbe Stunde holperte das Gefährt auf einer aus mehr Löchern als Nicht-Löchern bestehenden Naturstrasse zum Fluss runter. Hier wechselte ich das Transportmittel, vom Jeep auf ein kleines Holzboot. Und welch eine Überraschung, statt eines Motores lagen nur ein paar Paddel rum! Tatsächlich paddelten wir für sicher zwei Stunden den Rio Tampaón hoch. Und weil man schon lange nicht mehr gepaddelt hatte und die kräftige Strömung einem das Leben auch nicht einfacher machte, kam ich ganz schön ins Schwitzen. Nur Nestor war überhaupt nichts anzumerken, ununterbrochen tauchte er das Holzstück ins Wasser und liess sich durch nichts abbringen. So glitten wir durch herrlichste Naturlandschaft und später durch eine enge, attraktive Schlucht bis zum Wasserfall. Ursprünglich dachte ich der Rückweg stromabwärts würde gemütlicher werden, aber da es schon am Eindunkeln war, mussten wir wieder mächtig paddeln um noch mit dem letzten Tageslicht ins Dorf zu kommen.

 

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last update Februar 2010