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| Reiseberichte Mexiko Zugfahrt durch die Kupferschlucht / Barranca del Cobre |
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Die Zugfahrt durch die Kupferschlucht ist wohl eine der attraktivsten Bahnstrecken der Welt. Von der Provinzhauptstadt Chihuahua aus fährt der Zug zuerst durch das Hochland der abgeschiedenen Sierra Tarahumara, dringt danach in die faszinierende Schluchten Landschaft des Kupfer Canyon ein und endet schlussendlich nach 650 km, 86 Tunnels und 37 Brücken an der pazifischen Küste. |
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Nogales: Grenze USA / Mexiko |
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Der Zollbeamte und seine Zollampel |
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Chihuahua |
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Bar oder Bahnhof? |
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Sierra Tarahumara |
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Bei Margarita in Creel Habt ihr Lust auf Chips? Nach einigen ereignisvollen Tagen in diesem traumhaften Dörfchen, zog es mich weiter. Da die Amis ähnliche Pläne wie ich hatten, schloss ich mich ihnen zusammen mit dem glatzköpfigen Deutschen Sascha an. Wir wollten uns den 1. Klasse Zug leisten, um die Landschaft in Ruhe von einem Sitzplatz aus geniessen zu können. Erstaunlich pünktlich dampfte die Lok heran. Wir kletterten den Wagon hoch und suchten schon ein Plätzchen zwischen all den Pauschaltouristen, als Bruce plötzlich bemerkte, dass Brian von seinem Pommes Chips Kauf noch nicht zurück war. Ganze Truppe wieder rechtsumkehrt, unter dem empörenden Gemurmel der Fahrgäste. Als das Schlusslicht gerade blinkend hinter der Senkung verschwand, fragte jemand: "Habt ihr Lust auf Chips?", und ein unschuldig schmunzelnder Brian hielt uns eine Familienpackung grüner Doritos unter die Nase. |
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Barranca Urique / Urique Canyon |
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Weiter hinein in die Kupferschlucht Als ob nichts geschehen wäre, legten sich alle Sternenanbeter wieder hin und sofort herrschte Totenstille. Und doch meinte ich etwas zu hören, wie Fusstritte. Ich wechselte den Kanal und schaute in Richtung der Strasse. Was? Ich rieb meine Augen und versuchte mir durch eine rasche Kalkulation der gehabten Tequila Shots einzureden, ich sei noch voll zurechnungsfähig. Aber das änderte nichts an der Tatsache, dass genau vor uns ein Cowboy mit gezückter Pistole stand! "Amigos", lallte er, schwankte noch ein paar Schritte vorwärts und versuchte dort erneut sein Gleichgewicht zu halten. Dazu balancierte er wild mit den Armen und liess die Pistole bedrohlich umherkreisen. ""Policia", stammelte er versuchsweise in ernster Miene und rückte seinen Hut autoritär zurecht, damit er uns auch mustern konnte. Mir kam er eher vor wie der Jäger der verlorenen Doppelsternschnuppe, aber angesichts seiner besseren Bewaffnung behielt ich das für mich. Verdutzt und wie versteinert standen wir da und schauten gebannt auf die Knarre. Immerhin konnte er sich jetzt soweit beherrschen und richtete den Lauf nach unten. "Yo policia, amigos!" gab er plötzlich wieder von sich. Der Typ hatte sicherlich soviel geladen, wie wir vorher brüderlich zu sechst geteilt hatten. Als er wieder wankte und sich nach dem ersten Ausfallschritt gezwungenermassen wieder in Bewegung setzte, damit er nicht umkippte, bildeten wir beidseitig wie eine Ehrengasse und liessen den mexikanischen John Wayne durchtorkeln. Er schien das Interesse an uns verloren zu haben und nahm die Verfolgung von was auch immer wieder auf! Hastig eilten wir zurück zur Unterkunft, genug für heute. Plötzlich ging in der Ferne ein Schuss los, dann noch einer. Der Rächer der unerfüllten Sternschnuppe hatte zugeschlagen! Warten, warten, warten Brian hatte sich mit einem vermeintlich packenden Buch lesend an einen Steinbrocken gelehnt, Joe vergewaltigte sein geliebtes Saiteninstrument, Bruce lief nervös hin und her und versuchte durch gezielte Fussballakrobatik die staubige Strassenkreuzung vom Geröll zu befreien, die beiden Europäer versuchten sich mit immer gewagteren Jonglierkünsten gegenseitig zu übertrumpfen. Aber alle hatten wir eines gemeinsam, wir frönten des Reisenden liebster Beschäftigung: Warten, warten, warten! Der knurrende Magen schien zu bestätigten, dass seit dem Frühstück auch schon einige Stunden vergangen waren, und von dem allerseits angekündeten Bus war weit und breit nichts zu sehen. Ich weiss nicht, ob das Knurren bis zum nachbarlichen Haus gedrungen war, jedenfalls offerierte die dortige Familie uns etwas zu kochen. Brian hatte die dreiste Idee nach der Menüauswahl zu fragen: Tortillas mit Bohnen natürlich. Die ganze Familie half mit, genügend Tortillas zu formen und zu erwärmen. Irgendwoher wurde noch lauwarmes Coca Cola herangeschafft und sogar etwas Fleisch mit einer feurigen Chili Sauce bereicherte das Mahl. Von einem Bus immer noch keine Spur. Mich liess das ziemlich kalt, meine Zeitrechnung gab sich schon lange nicht mehr mit Stunden oder Tagen ab, vielmehr mit Wochen oder sogar Monaten. Nicht so Bruce, durch mutiges mitten auf die Strasse stehen, hielt er die wenigen vorbeikommenden Vehikel an und fragte ob sie uns tiefer in die Seitenschlucht Urique bringen könnten. Ohne Erfolg. Erst als der Stundenzeiger wieder seine Runden gedreht hatte, Brian sein Buch schon lange gelangweilt wieder in den Rucksack gepackt hatte, Joe die Finger wund gespielt hatte, Bruce die Strasse geröllfrei gekickt hatte, die Jongleure keine Bälle mehr sehen konnten und die Familie uns schon fast ein Abendessen anbieten wollte, fruchteten die Bemühungen von Bruce endlich und ein mit Holzbänken auf der Ladefläche ausgebauter Pick-up war gegen ein entsprechendes Entgelt bereit uns mitzunehmen. In die Barranca Urique Die Neuigkeit von einem Transportmittel verbreitete sich in Windeseile und von überallher tauchten weitere Reisewillige auf der Strassenkreuzung auf. Gemütlich zusammengepfercht holperten wir dann endlich los. Auf einer halsbrecherischen Fahrt wand sich das Auto etwa 1000 m in die Urique Schlucht runter. Je tiefer wir kamen, desto unerträglicher heiss wurde es. Die ganze Sonneneinstrahlung wurde tagsüber in den enormen Felswänden gespeichert und glühte nun erbarmungslos. Ich kam mir vor wie ein Hühnchen im Backofen. Der Schweiss sog sich an den Kleidern fest und den freigegebenen Gerüchen urteilend gab es Mitfahrer die noch weniger duschten als ich. Als Zugabe setzte sich der aufgewirbelte Staub an den triefenden Gestalten fest und der Hintern wurde tüchtig rot geholpert. Mit einem letzten grossen Ruck kam das Gefährt schlussendlich zu stehen, zuunterst in der Schlucht, am Rande des Dörfchens Urique. Das erste was wir in Erfahrung brachten, war die für heute Abend angesagte Hochzeit einer Dorfschönheit und ihrem Bräutigam aus Chihuahua. Alle waren eingeladen. Schluchten Hochzeit Wir teilten die einzige Absteige mit den auch heute angereisten Verwandten aus der Hauptstadt und einer über zehnköpfigen Musikband. Es herrschte ein emsiges Treiben und auch wir versuchten uns mit unserem limitierten Kleidervorrat für das Fest vorzubereiten. Die religiöse Zeremonie sei schon im Gange, erreichte uns das Gerücht. Als wir neugierig bei der Kirche angelangten, kam die Hochzeitsgesellschaft soeben aus dem riesigen Haupttor. Die Fotokameras schossen los, jeder wollte mal mit den Frischvermählten verewigt werden. Ein Einheimischer forderte auch uns auf, doch mal mit der Braut zu posieren und rannte fort, um wie es schien, das ganze zu organisieren. Später bewegte sich dann die Menschenmenge auf den Hauptplatz und den angrenzenden Basketballplatz neben der Schule, wo in der Zwischenzeit unsere Hotelnachbarn fröhlich aufspielten. Sofort verfielen die Leute in den passenden Tanzschritt und die Fiesta war lanciert. Nur vielen bekam der plötzlich in grossen Mengen vorhandene Alkohol nicht allzu gut, als ich am nächsten Tag zu einem morgendlichen Spaziergang aussetzte, lagen noch etliche Hochzeitsgäste am Rande der Staubpiste im tiefsten Erholungsschlaf. Wir verbrachten den nächsten Tag auf einer Erkundungstour durch die Schlucht. Sehr weit aber kamen wir nicht, die Hitze war einfach zu gross. Deshalb liessen wir uns bei einer Hängebrücke nieder, badeten im Fluss und spielten Karten bis der kühlere Abend anbrach, um den Rückweg anzugehen. |
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An die pazifische Küste |
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Chepes Endspurt |
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