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Endlich war es soweit, 2:15 Uhr. Eiskaltes Wasser ins Gesicht gespritzt machte mich noch wacher als ich sowieso schon war. Unten besorgte ich mir noch einen heissen Tee und im Proviantsack wühlend, fand ich auch die als Frühstück vorgesehene Portion Kekse. Fest vermummt wartete Venjohn schon auch mich, zusammen mit etlichen anderen Guides, welche ihre Schäfchen noch vermissten. Die Stirnlampe über die Mütze gestülpt und raus ging es in die rabenschwarze Nacht. Die Besteigung des Mount Kinabalu ging gleich weiter wie sie gestern aufgehört hatte, äusserst steil aufwärts. Zum Teil waren hier sogar Seile gespannt worden und halfen beim Aufstieg. Das Hochklettern in der Dunkelheit hatte seinen ganz speziellen Reiz. Den Himmel überzog ein wunderschöner Sternenschleier und der Mond projizierte sein schwaches Licht ins Schwarz der Nacht. Hie und da sah mein ein weisses Licht aufleuchten von weiteren Frühaufstehern auf der Strecke, sonst konzentrierte ich mich immer nur auf den nächsten Schritt. Der Regen hatte glücklicherweise aufgehört, aber natürlich war noch alles nass und glitschig und mein festes Schuhwerk war nun Gold wert. Die Kälte war zwar nicht so schlimm wie angenommen, aber der neu gekaufte Pullover zeigte natürlich seine Wirkung.
Nach etwa einer Stunde kamen wir zu einer Hütte, wo tatsächlich ein Malaysier ausharrte und die Hiking Permits kontrollierte. Wenig später erreichten wir ein Hochplateau, wie eine riesige Steinplatte, wo es zwar nicht mehr so steil war, dafür kann einem die Höhe schon etwas zu schaffen machen. Allmählich setzte ein rötliches Tageslicht ein und erleuchtete die fantastische Bergwelt welche aus dem Nebelmeer ragte. Auf beiden Seiten gaben sich die etlichen Gipfel des Mount Kinabalu zu erkennen, wie der St. John’s Peak, der Ugly Sister Peak und der Donkey Ears Peak. Doch noch immer in einiger Distanz vor uns thronte der Low’s Peak, mit 4095 m über Meer der höchste aller Gipfel. Der letzte Abschnitt muss noch erklettert werden, von Felsbrocken zu Felsbrocken ging es zuoberst auf den Mount Kinabalu, dem höchsten Berg von Borneo, Malaysia und sogar von ganz Südostasien!
6:00 Uhr. Die Gipfelstürmer umarmen sich glücklich auf dem Low's Peak und posieren für das obligate Erinnerungsfoto. Die Guides haben vielleicht irgendwo versteckt ein persönlicher Erinnerungsstein, wo sie bei erfolgreicher Besteigung wieder ein Strich ziehen können. Die fantastische Aussicht macht alle Strapazen vergessen. Das Nebelmeer hat sich verzogen und der Blick schweift weit ins Tal runter, über die Regenwälder im Herzen von Borneo und bis ans Meer bei Kota Kinabalu, der Hauptstadt der Provinz Sabah.
Doch bei aller Euphorie ist der Abstieg nicht zu unterschätzen und schon bald machten wir uns wieder auf den Rückweg. Zurück in Laban Rata gönnten wir uns ein zweites, kurzes Frühstück bevor wir wieder aufbrachen. Den Knien und Beinen wurde einiges abverlangt bei diesen unendlichen Stein- und Wurzelstufen die es zu bewältigen galt. Da empfand ich den Aufstieg eigentlich als einfachere Disziplin. Bald schon hatten uns der Nebel und eine dichte Vegetation eingehüllt. Etwas Abwechslung brachte das dauernde Aufeinandertreffen der entgegenkommenden Wanderer. Ausserdem werden die ganzen Lebensmittel, Getränke und zum Teil auch das Gepäck der Touristen von einheimischen Trägern hoch getragen. Das war wirklich erstaunlich zu beobachten wie die nur mit Sandalen bekleideten Malaysier scheinbar mühelos in einem unerwartet hohen Tempo den Berg hochjagten. Nach etwa 3 Stunden gelangten wir schliesslich zum Timpohon Gate und wenig später zum Hauptquartier des Nationalparks – der Mount Kinabalu war erfolgreich bezwungen!
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Die Gipfelbesteigung wir von einem wunderschönen Morgenrot beleuchtet, ein weites Nebelmeer verdeckt noch die Sicht auf die Regenwälder der Insel Borneo.
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Das Trekking auf den Mount Kinabalu war sicher ein Höhepunkt der Reise durch Malaysia und Südostasien.
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