Reisebericht Nicaragua :: Zentralamerika



Reise mit dem Bus und Boot durch Nicaragua
Mit uralten Bussen reist man am besten zwischen den Kolonialstädten in Nicaragua. Beim Lago de Nicaragua und im Regenwald reist man besser mit dem Boot.

Geheimtipp Nicaragua

Reisen in Nicaragua

Nicaragua bietet alles, was Reisende in Mittelamerika erwarten: Städte aus der Kolonialzeit, exotische Tiere und Pflanzen, tropischer Regenwald, verwunschene Vulkane, hübsche Strände und den riesigen See Lago de Nicaragua. Doch die Nachwehen der politischen Unruhen und des bitteren Bürgerkrieges scheinen Touristen immer noch von einem Besuch abzuhalten – völlig zu unrecht. Doch dies konnte mir ziemlich egal sein, ganz im Gegenteil, ein Reiseziel wie Nicaragua wird nicht ewig ein Geheimtipp bleiben und ich genoss die herrlichen Begegnungen und das ehrliche Interesse der einheimischen Bevölkerung.

Hauptstadt Managua

Die Hauptstadt Managua ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Bei rund 1.5 Millionen, lebt beinahe ein Drittel der Einwohner von Nicaragua in dieser gesichtslosen Stadt. Ein eigentliches Zentrum gibt es nicht, vielmehr ist es wie eine Ansammlung von Bausünden und trostlosen, verarmten Nachbarschaften. Managua ist eine Stadt die man bestimmt nicht gesehen haben muss und vielleicht genau deswegen sehen sollte? Wo sonst steht das Wrack eines ausgebrannten Busses gleich neben dem Rathaus? Bietet der Hauptstadt einer Millionenstadt gerade mal drei reparaturbedürftige Sitzgelegenheiten? Weidet neben der Hauptpost eine angepflockte Kuh? Wuchert in der Kathedrale ein tropischer Garten? Stinkt es entlang der Seepromenade nach Müll und Abwasser und muss trotzdem für romantische Spaziergänge herhalten?

Auf der Isla de Ometepe

Nach dem Besuch der Hauptstadt Managua und den hübschen Kolonialstädten León und Granada, sollte der 150 km lange und 55 km breite See Lago de Nicaragua mit der Isla de Ometepe und dem Madera Vulkan der Höhepunkt der Nicaragua Reise werden.

Von dem am Südufer des Nicaragua Sees gelegenen Dorf San Jorge, führte mich ein Boot auf die Insel. Mit zwei äusserst holprigen und stickigen Bussen umrundete ich praktisch die ganze Insel. In Balgues startete dann das eigentliche Abenteuer, die Besteigung des Vulcano Madera. Auf einem glitschigen Pfad, durch Wald und Bananen Plantagen, kam ich am späten Nachmittag zur Hacienda Magdalena. Grosszügigerweise wurde dem hungrigen Wanderer gleich ein Teller Bohnen und getrocknete Bananenschnitze offeriert. Von der Terrasse ergab sich eine wunderbare Aussicht über die grüne Insel und das letzte Sonnenlicht, welches das Wasser des Sees rot glitzern liess. Als Unterkunft anerbot sich der riesige, zurzeit leere Stall, wo ich mir mit ein paar Brettern eine Holzpritsche bastelte.

Besteigung des Madera Vulkans

Am nächsten Morgen früh stärkte ich mich mit einem heissen Kaffee und einigen getrockneten Bananenschnitzen, bevor ich die zweite Etappe der Vulkan Besteigung anging. Nur noch mit einem Tagesrucksack mit noch mehr Bananen, Keksen und Wasser ausgerüstet, kam ich viel schneller voran als gestern mit Vollpackung. In etwa 4 Stunden erreichte ich den in dichter, tropischer Vegetation versteckten Kratersee.

Beim Abstieg machte ich nur bei der Hacienda Magdalena einen kurzen Rast, um den grösseren Rucksack wieder zu schultern und natürlich um den Bananenschnitzel Proviant aufzustocken. Viel Zeit blieb nicht mehr, denn schon heute Abend wollte ich am anderen Ende der Insel das nur einmal pro Woche ausfahrende Boot nach San Carlos, am Fluss Rio San Juan nehmen.

Mit dem Boot über den Lago de Nicaragua

Schlussendlich war ich viel pünktlicher im Hafen von Alta Gracia als das Schiff. Zusammen mit erstaunlich vielen Leuten und noch viel mehr Kisten und Säcken wartete man geduldig. Kurz vor Mitternacht konnte es trotzdem noch losgehen. Die Frage war nur, wo man am wenigsten nass wurde. Bald schon fing es an leicht zu regnen, aber es gab keinen Unterschlupf. Auf dem einzigen Deck stand, sass und lag die Menschenmenge dicht zusammen und ich spürte jede einzelne Bewegung meiner Nachbarn. Trotz der schwülen Hitze wickelte ich mich in die Regenjacke und machtes es mir auf dem Rucksack so bequem wie möglich. Wanderung sei Dank war ich genug erschöpft, um in diesen misslichen Umständen doch sporadisch zu etwas Schlaf zu kommen.

El Castillo und der Nationalpark Reserva Indio Maiz

In San Carlos sollte die Reise noch am gleichen Tag weiter gehen. Erneut bestieg ich eines dieser "hoffentlich-sinkts-nicht" Boote, welches den Rio San Juan runter navigierte. Vom Dörfchen El Castillo aus kann man Ausflüge in den Nationalpark "Reserva Indio Maiz" unternehmen. Mit kleinen Booten dringt man noch tiefer in den üppigen Regenwald ein. Mit etwas Glück erblickt man auch exotische Tiere, kann Affen beobachten und das Pfeiffkonzert der Vogelwelt geniessen.

Nach einigen Tagen in dieser herrlich abgelegenen Urwald Region von El Castillo, zog es mich weiter, die Reise führte nach Costa Rica – natürlich mit einem Boot.

Reiseberichte Mittelamerika / Karibik
:: Mexiko
:: Guatemala
:: Belize
:: El Salvador
:: Honduras
:: Nicaragua
:: Costa Rica
:: Panama
:: Kuba

Karte Nicaragua und Mittelamerika

Karte Nicaragua und Mittelamerika
 
Laguna Xiloa bei Managua
Die Laguna Xiloa ist ein hübsches Ausflugsziel in der Nähe von Managua, der Hauptstadt von Nicaragua.
El Castillo am Fluss Rio San Juan
Nach einigen Stunden auf dem Boot erreicht man auf dem Rio San Juan die kleine Ortschaft El Castillo, inmitten eines üppigen Regenwaldes.



Home > Reiseberichte Mittelamerika > Nicaragua

 

  
  Like us on facebook
 
Copyright © www.camino10.com. All rights reserved. Aktualisiert: Oktober 2017.