Reisebericht Europa - Die Highlights entlang Englands Südküste



Royal Pavilion in Brighton
Der einem indischen Palast nachgebaute Royal Pavilion ist das herausragende Wahrzeichen im Seebad Brighton an Englands Südküste.

Reisebericht über Englands Südküste mit seinen Sehenswürdigkeiten

Der Süden Englands kann zwar nicht mit solchen dramatischen Landschaften aufwarten wie etwa der Lake District oder die schottischen Highlands, doch ist er durchaus die Reise wert. Vor allem entzückende Dörfchen, stattliche Landhäuser und wunderschöne Gärten hat Südengland zahlreich zu bieten, zudem ist die Küste abwechslungsreich und beeindruckend.

Die erste Entscheidung, die man für seine Reise in Südengland treffen muss, ist die Art der Fortbewegung. Die gängigsten in der Übersicht:

:: Zugfahren ist in England recht teuer – allerdings kann man Schnäppchen machen, wenn man rechtzeitig bucht (advance tickets), oder Angebote wie Megabus nutzt (teilweise ab £1 zu haben – trotz des Namens fährt man auf vielen Strecken per Bahn).

:: Überlandbusse (der Hauptanbieter ist National Express) sind in der Regel etwas günstiger – auch hier gilt aber: rechtzeitig buchen, um die billigsten Fahrpreise zu bekommen!

:: Im Auto hat man natürlich grössere Unabhängigkeit, wenn der Linksverkehr einen nicht einschüchtert. Innerhalb von Städten sind die Parkgebühren allerdings oft horrend.

:: Per Anhalter könnte man Probleme haben, da dies in Grossbritannien so gut wie gar nicht verbreitet ist und die Leute entsprechend zurückhaltend, jemanden mitzunehmen.

:: Auf einer Fahrrad Reise erkundet sich Südengland recht gut, da es im Allgemeinen ziemlich flach ist. Höchstens das Wetter kann einem hier den Spass verderben! Hilfreiche Resourcen sind unter anderem die Karten von Sustrans und unzählige Routen auf Bikely (www.bikely.com).

:: Auch zu Fuss hat man ein ausgiebiges Routennetzwerk zur Verfügung – die Engländer sind leidenschaftliche Wanderer. Hier gibt es ebenfalls zahlreiche Online-Resourcen wie www.hillwalktours.de/wandern-england/ Eine Wanderreise durch England hat seinen ganz besonderen Reiz und aktiv unterwegs zu sein ist momentan sehr im Trend.

Ein paar Tage London

Die britische Hauptstadt wird aller Wahrscheinlichkeit Ausgangspunkt der Reise sein, es sei denn, man kommt über den Ärmelkanal. London blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und ist auf jeden Fall ein paar Tage Aufenthalt wert, wenn man es noch nicht gesehen hat. London soll aber nicht Thema dieses Textes sein.

Lulworth Cove an Englands Südküste
Lulworth Coast ist eine malerische Bucht an der Südküste von Grossbritannien.

Dover bis Brighton

Die White Cliffs of Dover sind legendär, beeindruckend aber natürlich vor allem, wenn man von Frankreich aus auf sie zufährt. Im Übrigen findet man weisse Klippen an der ganzen Südküste – Kreidefelsen sind dort bis nach Dorset verbreitet. Die Stadt selber hat ihre beste Zeit eher hinter sich, hat allerdings auch ein nettes Schloss im Angebot.

Auf dem Weg nach Westen sollte man auf jeden Fall in Battle bei Hastings Halt machen, dem Ort der berühmten Schlacht von 1066, welche schlussendlich den Normannen William the Conqueror zum König beförderte. Hinter Eastbourne findet man die Seven Sisters, sieben (ebenfalls weisse!) aufeinanderfolgende Klippen und den dazugehörigen Seven Sisters Country Park, der zu Wanderungen einlädt. Beachy Head direkt dahinter ist der höchste Kreidefelsen Grossbritanniens und in der Umgebung vor allem für seine regelmässigen Freitode berüchtigt.

Brighton ist eine quirlige, künstlerische Stadt, die an jedem sonnigen Wochenende von Horden Londoner überfallen wird. Das Nachtleben ist legendär und es ist zudem bekannt als "schwule Hauptstadt Europas". Einen Besuch wert ist der Royal Pavilion, Sommerresidenz von George IV im indischen Stil, und man sollte ebenfalls durch die Lanes und die North Laine schlendern, die "alternativen" Einkaufsviertel. Brighton ist ausserdem eine beliebte Destination für Sprachreisen und hat mehrere Englischschulen (Sie bekommen z.B. mehr Informationen auf www.esl.ch/de).

New Forest, Dorset und Somerset

Der New Forest in Hampshire ist vor allem bekannt für seine freilaufenden (und teilweise zutraulichen) Ponys, zudem ist es eine ideale Gegend zum Wandern und Campen. In Southampton direkt südlich davon kann man etwa den Hafen sowie das Titanic-Museum besuchen. Direkt vor Portsmouth und Southampton liegt die Isle of Wight... die man sich aber eigentlich sparen kann.

Jurassic Coast in Dorset
Die wildromantische Jurassic Coast mit seinen ausgeprägten Felsenkliffs

In Dorset erwartet einen die "Jurassic Coast", so gennant wegen der vielen Fossilienfunde vor Ort. Auch hier kann man wundervoll wandern auf dem Fernwanderweg "South West Coast Path" – die Wege sind meist gut ausgeschildert und man begegnet regelmässig hilfsbereiten Engländern. Sehenswert sind auf jeden Fall auch das bezaubernde Corfe Castle, ein kleines Dorf um die gleichnamige Burg, sowie die beeindruckende hufeisenförmige Bucht von Lulworth Cove.

Wer es animalisch mag, dem seien Monkey World (www.monkeyworld.org) bei Dorchester ans Herz gelegt (der Name ist Programm) und Longleat Safari Park weiter nördlich in der Nähe von Bath (hierzu braucht man allerdings ein Auto). Longleat House gleich daneben ist ein beeindruckendes Beispiel eines elisabethanischen Landsitzes.

Bath selber sollte man sich ebenfalls keineswegs entgehen lassen. Berühmt (und wohlhabend) wurde die Stadt durch seine Bäder, die man auch heute noch besichtigen kann – wenn man Lust hat, längere Zeit anzustehen. Einfacher ist es, in einem der modernen Bäder die angeblichen Vorteile des hiesigen Wassers gleich selber zu testen. Die Abbey sollte man ebenfalls nicht verpassen und die typische Architektur zeigt sich vor allem im Royal Crescent besonders beeindruckend.

Devon und das Dartmoor

Weiter an der Küste entlang trifft man alsbald auf die “Britische Riviera” um Torquay, die ihre Glanzzeit zweifelsohne hinter sich hat, aber ebenfalls für seine zahlreichen Englisch-Sprachschulen bekannt ist (siehe etwa www.sprachaufenthalte-ratgeber.ch). Bedeutend mehr Charme hat das weiter südlich gelegene Brixham, wo man unter anderem eine Replik der Golden Hind besuchen kann, mit der Francis Drake die Welt umsegelte. Ebenfalls sehenswert sind Dartmouth und Kingswear, zwei Ortschaften, die sich beiderseits der Flussmündung des Dart sehr malerisch gegenüberliegen.

Schiff Golden Hind von Francis Drake
Mit dem Schiff "Golden Hind" umsegelte Francis Drake im 16. Jh. die Welt.

Im Hinterland findet man das Dartmoor mit seiner berühmten düster-nebligen Atmosphäre (die aber nur aufkommen mag, wenn denn nicht gerade gleissende Sonne scheint!). Auch hier gibt es viele kleine Dörfer, die sich in den letzten zwei Jahrhunderten kaum geändert haben, sowie zahlreiche vorgeschichtliche Überreste. Wandern im Dartmoor ist auf jeden Fall eine Erfahrung für sich!

Die Südwestspitze und Cornwall

Cornwall ist eines der beliebtesten Reiseziele der Briten, u.a. wegen des milden Klimas und der unberührten Landschaft. Gerne ziehen sich auch Künstler hierhin zurück, daher haben einige der Ortschaften eine sehr kreative Atmosphäre. Nicht umsonst findet sich in St Ives ein Ableger der Tate Modern. Weitere Sehenswürdigkeiten sind zum Beispiel Tintagel mit seiner mittelalterlichen Schlossruine, das Minack Theatre nahe Penzance und der St. Michael's Mount, den man ähnlich dem französischen Gegenpart Mont Saint-Michel nur bei Ebbe zu Fuss erreichen kann.

St. Michael's Mount
St. Michael's Mount kann nur bei Ebbe zu Fuss erreicht werden oder mit Fähre.

Das Eden Project nahe St Austell ist eine botanischer Garten mit mehreren riesigen Kuppeln (Biomes), die jeweils verschiedene Klimas simulieren. Die Anlage ist ziemlich stark pädagogisch aufgebaut, aber auf jeden Fall einen Ausflug wert. Überaus empfehlenswert sind auch die "Lost Gardens of Heligan", die ebenfalls mehrere Gartenstile (inklusive einer Art Amazonas-Dschungel) bieten und weniger belehrend sind als das Eden Project.

Lands End, die berühmte Landzunge und der westlichste Punkt Englands, sollte man sich natürlich nicht entgehen lassen, wenn man schon man in der Gegend ist, ist aber an sich nicht wahnsinnig interessant. Beeindruckender ist von der Landschaft her Lizard Point, der südlichste Punkt des englischen Festlands. Wenn man möchte, kann man beide innerhalb einer Stunde besuchen. Ein würdiger Abschluss zu einer Reise von Ost nach West entlang der Südküste von England!

Autor Reisebericht und Reisefotos: N. Linden

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