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Hiking / Fernwandern
Fernwandern in Mexiko
Sierra Huichola
Mexiko Reiseberichte
Mexico

Fernwandern durch den Norden von Jalisco und den Süden von Zacatecas durch die Sierra Huichola. Von der riesigen Schlucht des Rio Santiago ins saftige Tal des Rio Los Patitos und dann durch die einsame und stille Ebene bei Florencia um den traditionellen Tag der mexikanischen Unabhängigkeit in Totatiche zu feiern.

 

  Hiking Fakten:
Zeitpunkt
Dauer      
Wander Route

Herbst 2006
9 Tage
Amatitan - Rio Santiago - Huitzila - Florencia - Totatiche - Villa Guerrero



 

Staudamm Santa Rosa

Kaktus Camp in der Sierra Huichola

 

 

Mexiko und Tequila
Diese Fernwandern Tour startete im Dörfchen Amatitan, dem Nachbardorf des Schnapsbrenner Dorfes Tequila, im Bundesstaat Jalisco. Auch hier nimmt dieser Industriezweig mit der Kultivierung des Rohmaterials, der Agave Pflanze, eine sehr wichtige Stellung ein. Dementsprechend galt es anfänglich riesige Agave Plantagen zu durchqueren.

Rio Santiago Schlucht
Ganz in der Nähe befindet sich die mächtige Schlucht des Rio Santiago, der hier mit dem Santa Rosa Staudamm zur Energie Gewinnung genutzt wird. Einen ganzen Tag dauerten der Abstieg zum Fluss und die Erklimmung der nördlichen Schluchtenseite.

Sierra Checkpoint
Als ich in Schweiss gebadet die letzte Anhöhe erklommen hatte, überraschte mich dort eine Militär Patrouille. Da etwa 5 Soldaten gerade mit einem Pick Up beschäftigt waren, wollte ich mich auf der einten Seite klammheimlich durchschleichen. Wollte... "Oye!" "Hör mal!" In Mexiko wird man meist mit "du" angeredet und immer zum Hören aufgefordert. Also hörte ich halt, was der mit einem drohenden Gewehr geschulterte, schlaksige Bursche wollte. "Was hast du in deinem Rucksack?" "Kleider und Proviant", sagte ich wahrheitsgetreu. Er aber schien es besser zu wissen und deutete mit seinem Gewehrlauf an, ich solle den Rucksack aufmachen. Er wühlte durch die Kleider und Proviant und vielleicht enttäuscht nichts Spannenderes zu finden, forderte er mich dann mit seinem Lieblingsspielzeug dem Gewehr auf, weiter zu gehen.

 

 

Laguna Las Milpillas

Wanderweg durch die Sierra Huichola

 

 

Plauderpause?
Es ist eigentlich gar nicht so selten und sollte auch auf dieser Tour nicht das einzige mal sein, dass man von Militärs durchsucht wird. Diese abgelegenen Gegenden werden auch zur Marihuana Produktion missbraucht und die Armee sollte das verhindern, aber oft beschützen sie diese illegalen Aktivitäten auch, das weiss man nie so genau. Aber das ist alles halb so schlimm, nur immer freundlich sein, sich nicht einschüchtern lassen und oft scheinen die sogar dankbar ab etwas Abwechslung und einer Plauderpause.

Karten zum Wandern in Mexiko
Zur Orientierung brauche ich immer die nur beim staatlichen Amt für Geografie (INEGI) erhältlichen Karten in einem Massstab 1:250'000. Normalerweise ist das genau genug, da bei den seltenen Wegkreuzungen mit Hilfe des Kompasses die Entscheidung meist ziemlich einfach ist. Nur heute hatte ich mich mit meinen Kalkulationen und Analyse der Hügelzüge völlig vertan. Erst als nach etwa 2 Stunden plötzlich ein mysteriöses, tief eingeschnittenes Tal sich auftat, erkannte ich die Fehlnavigation. Na ja, wie das so ist mit den mexikanischen, staatlichen Instanzen, erhält auch das Amt für Geografie nie genug finanzielle Mittel und ganz klein gedruckt entpuppte sich die Karte als 10 jährige Jubilarin und der eingeschlagene Weg als relativ neu! Bei nun erhöhter Aufmerksamkeit entdeckte ich auf dem Rückweg aber die hinter einigen Bäumen versteckte Sandpiste. Somit erreichte ich das Dörfchen Huitzila an diesem dritten Tag doch noch.

 

 

El Mexicano

El Conejo in Zacatecas

 

 

Überschwemmungen
Obwohl es zu dieser Jahreszeit eigentlich höchst selten regnet, schüttete es die ganze Nacht über was das Zeugs hält. Dementsprechend hatte sich der leicht abwärts führende Weg in einen reissenden Bach verwandelt. Bis knietief durchwatete ich das schlammige Übel. Ausweichmöglichkeiten gab es keine, das verhinderte der beidseitig aufgezogene Stacheldraht, welcher die Rinderherden auf ihren Weiden hielt. Denen war der Regen völlig egal, da sie auch einfach dastehend glücklich waren, mich jedoch machte nur das Vorwärtskommen glücklich. Erst gegen Nachmittag vermochte die Sonne die Umstände zu verbessern und der gewohnte Marschrhythmus konnte wieder aufgenommen werden. Der Höhepunkt des Tages bildete das Tal des Rio Los Patitos, eine liebliche Schlucht, welche sich dann in ein saftig grünes Tal auftat.

Vogelwelt
Kurz nach dem Dörfchen Florencia kam ich zu einem lieblichen See, wo sich eine grosse Vogelkolonie zum gemeinsamen Zwitschern zusammen gefunden hatte. Doch sie waren ab meinem plötzlichen Auftauchen nur halb so begeistert wie ich und schwärmten kreischend davon.

 

 

Laguna Florencia

Laguna Florencia

 

 

Im Tal des Stiers
Ich drang nun in ein praktisch unbewohntes Gebiet vor, erst nach einigen Tagen sollte ich wieder eine kleinere Siedlung erreichen. Der Weg verlief meist eben aus und nur beim El Toro Tal musste eine Anhöhe erklommen werden, um den gleichnamigen Fluss zu umgehen. Hie und da liessen sich einige Rinder sehen, sonst herrschte völlige Einsamkeit und nur das Knirschen der Schuhe beeinträchtigte die Stille der Sierra Huichola.

Unabhängigkeitstag von Mexiko
Im Dörfchen Totatiche wurde heute am 16. September der Tag der mexikanischen Unabhängigkeit gefeiert. Diese Fiestas sind immer ein grosses Ereignis und ziehen auch viele Familien der umliegenden Gehöfte an. Das Festprogramm war sehr vielseitig. So war schon am Nachmittag die Miss Totatiche gewählt worden und ein Esel Rennen hatte stattgefunden. Jetzt kurz vor dem Eindunkeln beobachtete ich von einem Bänkchen auf dem Dorfplatz aus, wie Kinder dabei waren einen Stafettenlauf rund um den Platz abzuhalten. Aber die wild in ein Mikrofon schreiende Alleinorganisatorin hatte ihre liebe Mühe, die Kinder in Altersgruppen einzuteilen und niemand wollte ihr Startsignal abwarten. So rannten meist eine Unmenge von Kindern herum, kreischten, amüsierten sich und alle waren irgendwie die Gewinner. Dann war da noch das Fahrradrennen für Erwachsene. Mit zwei Polizei Jeeps wurden die Teilnehmer und ihre Fahrräder ins nächstgelegene Dorf transportiert und von dort kamen sie dann zurückgeradelt. Lustigerweise hatten sie ihre Zieleinfahrt mitten in der immer noch Stafettenlauf spielenden Kinderschar. Während ich mich langsam erschöpft nach einem langen Wandertag zurückzog, fing die Dorfmusik an aufzuspielen, Bierdosen wurden aufgemacht, Tequila Flaschen rumgereicht und das Nachtleben konnte beginnen.

 

 

Einsame und verlassene Sandpiste

Sierra Hiker

 

 

Bei der Pilger Kirche
Auf dem Weg nach Villa Guerrero besuchte ich noch eine scheinbar wichtige Pilgerkirche. Zahlreiche "Büsser" legten eine beachtliche Strecke vom Kirchplatz bis zur Kirche auf den Knien zurück. Eventuell baten sie auch um Vergebung des übertriebenen Tequila Konsums des gestrigen Abends?

Mitten in der Sierra Huichola
Nach 9 Tagen kam ich schlussendlich nach Villa Guerrero, eine der grösseren Ortschaften in der Sierra Huichola und beendete hier vorläufig die Tour. Obwohl ich eines Tages gerne noch tiefer in diese faszinierende Gegend eindringen würde!

 

 

Tarantula

Trockene Sierra bei Atolinga

 


 

Hier gibt's mehr Routen Vorschläge fürs Fernwandern: Mexiko Outdoors Karte...

 


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