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Reiseberichte Mexiko: Zentralmexiko


 

Reisen in Zentral-Mexiko. Besuch der Monarch Schmetterlinge in Michoacan, Sonnenpyramide von Teotihuacan, Atlanten von Tula, Tempelstadt Monte Alban, Höhlensystem Cacahuamilpa, Besteigung des Nevado de Toluca, Paricutin Vulkan und Malinche Vulkan.

 

 

Reise Information Michoacan

 
 

Parque Nacional Eduardo Ruiz, Uruapan, Michoacan

Der Nationalpark von Uruapan beeindruckt durch seine vielen Wasserspiele. Hübsch angelegte Pfade führen an Bächen entlang zu Lagunen, künstlerischen Brunnen und eindrücklichen Wasserfällen. Die lokale Jugend verdient sich hier ein Trinkgeld von den Schaulustigen, mit gewagten Sprüngen von Felskanten und Bäumen runter ins Wasser.

 

 
Nationalpark Uruapan Michoacan
Nationalpark Uruapan Michoacan
 
 

Vulkan Paricutin (2575 Meter), Michoacan

Der Busfahrer liess uns an einer Kreuzung aussteigen und meinte hier sei Angahuan, der Ausgangspunkt der Besteigung des Paricutin. Da wir uns im Voraus schon gut informiert hatten über den anstehenden Trip, wussten wir irgendwie genau was zu tun war. Wir kauften Proviant und literweise Wasser für die nächsten zwei Tage und fragten uns zu den Cabañas durch, eine bescheidene Unterkunft etwas ausserhalb des Dorfes. Etliche Holzhütten lagen gediegen in einer Lichtung eines Föhrenwaldes und boten perfekte Abgeschiedenheit und Ruhe für einen gemütlichen Abend.

Die Geschichte des Vulkans ist tragisch und gleichzeitig lustig. Eines Tages entdeckte ein Bauer ein grösseres Loch in seinem Maisfeld, was in zwar überraschte, aber nicht sonderlich beunruhigte. Doch eines Tages staunte er nicht schlecht als aus dem Loch ein Riss entstand und nach einigen Explosionen Lava heraus floss. Nach etwa einer Woche hatte sich ein über 100 Meter hoher Vulkankegel gebildet und der Paricutin war geboren.

Am nächsten Morgen waren wir schon früh auf. Ein Führer stand wie abgemacht mit Maultieren bereit zum Abmarsch. Da niemand von uns ein erfahrener Reiter war, kostete es einige Anstrengung die Tiere gefügig zu machen. Statt geschont und ausgeruht anzukommen, fühlte ich mich nach nur einer halben Stunde ziemlich angeschlagen. Es schmerzte so ziemlich das hinter und letzte Glied meines Körpers. Unser Ziel war das ehemalige Indianer Dorf San Juan. Ehemalig eben weil der etwa 5 km entfernte Vulkan Paricutin bei seiner Entstehung das ganze Dorf unter einer mächtigen Lava Schicht begrub. Heutzutage ragt nur noch die Kirchturm Spitze aus dem Gestein und bietet einen sehr aussergewöhnlichen Anblick.

In der Ferne konnte man den konischen Paricutin erkennen, der wie stolz auf seine Tat schien und vor uns herausfordernd thronte. Wir nahmen die Herausforderung gerne an. Nur weigerte ich mich wieder auf ein Pferd zu steigen und wir beschlossen die Strecke zu Fuss auf uns zu nehmen. Vielmehr als eine Wanderung war es aber ein Lavastein Hüpfen und nur sehr langsam näherten wir uns. Als wir endlich am Fusse des Berges angelangten, stand noch die eigentliche Besteigung vor uns. Aber es hatte sich auf jeden Fall gelohnt, Fasziniert umrundeten wir den Krater und zu unserer grossen Überraschung entdeckten wir etliche Stellen, wo das Gestein glühend heiss war und komische, unangenehme Düfte stiegen aus den Spalten. Ganz ausgestorben konnte der Vulkan also nicht sein!

Plötzlich zogen schwarze Wolken auf und hüllten die Umgebung in eine düstere Atmosphäre. Ein klares Zeichen den Rückweg anzugehen. Die einte Seite des Vulkans bestand aus purem Sand und mit einigen Duzend grossen Sprüngen hier runter, ersparten wir uns den mühsamen Abstieg durch das Lava Feld. Inzwischen wurde es immer dunkler und die ersten Regentropfen zwangen uns zu einem raschen Rückmarsch. Die Eile half uns aber auch nicht viel, schon wenig später schüttete es was das Zeugs hält. Völlig durchnässt und erschöpft erreichten wir gegen Abend unser Basislager. Und siehe da, sobald wir im Trockenen waren, verzogen die schwarzen Wolken so schnell wie sie aufgetaucht waren und die letzten Sonnenstrahlen hüllten den wie schadenfreudig lächelnden Paricutin in ein herrliches Abendrot!

 

Vulkan Paricutin mit der von Lava verschütteten Kirche San Juan
 

Santuario de la Mariposa Monarca (Monarchfalter Schutzgebiet), Michoacan

Die Monarch Schmetterlinge leben den Sommer über in den USA und im südlichen Kanada. Wenn es aber im Herbst kühler wird treten sie eine 4000 km lange Reise nach Mexiko an. Unterwegs paaren sie sich und die nächste Generation führt den Langstreckenflug gegen Süden fort. Im November erreichen die Monarca ihr Überwinterungsgebiet im Bundesstaat Michoacan.

Im Naturschutzgebiet El Rosario, in der Nähe der Provinzstadt Zitacuaro, hängen Millionen von Schmetterlingen in grossen Trauben an den Ästen der Bäume, der ganze Wald ist mit einem schwarz-orangen Schleier bedeckt. Erst wenn die Sonne erscheint, kommt leben auf und die Monarch Schmetterlinge flattern und segeln herum. Die meiste Zeit aber ist ausruhen angesagt, um für den Rückflug fit zu sein. Gegen März machen sich die Tiere dann wieder auf gegen Norden. Unterwegs wird erneut gepaart und die Kinder fliegen weiter, bis sich Nordamerika wieder mit den hübschen Monarchen füllt.

 

 
Monarch Schmetterlinge halten sich in Trauben warm
Santuario de la Mariposa Monarca
 

 

Reise Information Oaxaca

 
 

Monte Alban, Oaxaca

Mit einem Minibus belangt man in die etwa 10 km von Oaxaca entfernte Tempelstadt Monte Alban. Ein früher mal typischer, rundlicher Hügel wurde vom Volke der Zapoteken planiert und auf der so gewonnen Plattform wurde ihr Zeremoniezentrum errichtet. Rund um den grossen Hauptplatz befinden sich etliche Pyramiden, Tempel, Gräber und der Ballspielplatz.

Lustig hier fand ich die vielen falschen Antiquitäten Verkäufer, welche angeblich echte Fundgegenstände anpriesen. Alle waren mit irgendeiner guten Geschichte gewappnet, von wegen sie hätten gestern ihr Feld umgegraben und da seien sie doch tatsächlich auf etwas hartes gestossen und da sei diese Original Figur einer Zapoteken Gottheit zum Vorschein gekommen. „Muy barato“, sehr billig.

 

Tempelstadt Monte Alban
 

Mitla, Oaxaca

Eine kleinere aber sicher lohnenswerte historische Anlage ist Mitla, die ehemalige Residenz des höchsten Priesters der Zapoteken. Besonders schön ist die reich verzierte Fassade des Innenhofes des Säulenpalastes. Wenn man wissen möchte wie viele Jahre man noch leben wird, kann man die Columna de la Muerte umarmen und der Abstand der Finger beider Hände bestimmt das Schicksal!

 

Guelaguetza Volksfest in Oaxaca
 

Yagul, Oaxaca

Yagul war ein wichtiges religiöses Zentrum der Zapoteken und Mixteken und besticht heutzutage speziell wegen der malerischen Lage auf einem terrassenförmig angelegten Hügel inmitten einer Landschaft von Kaktussen.

 

Kakteen Landschaft bei Yagul
 

El Tule, Oaxaca

Nein, keine Ruinen mehr, sondern ein Baum. Aber nicht einfach ein Baum, sondern ein Taxodium Mucronatum, angeblich der grösste Baum der Welt. Die Statistik ist wirklich eindrücklich: 2000 Jahre alt, 40 m hoch, 42 m Umfang und 550 Tonnen schwer!

 

El Tule Baum Weltrekordhalter

 

Reise Information Mexico - Hidalgo - Guerrero - Puebla - Veracruz

 
 

Teotihuacan, Estado de Mexico

In einem wüstenähnlichen Tal der zentralen Hochebene, umgeben von Hügelland, entstand etwa 200 v. Chr. Teotihuacan, die grösste Stadt aller vorkolumbianischen Kulturen. Teotihuacan ist vielleicht die bekannteste der historischen Stätten von Mexiko. Ist aber nicht wie oft irrtümlich angenommen von den Azteken erstellt worden, welche erst viel später in diese Gegend vorstiessen. Vielmehr war es eine religiöse Kultstätte der  Zivilisation Teotihuacan.

Auf der von vielen kleineren Tempeln gesäumten Calzada de los Muertos (Strasse der Toten) gelangt man zum Prunkstück von Teotihuacan, der 64 m hohen Sonnenpyramide. Eine steile, schweisstreibende Treppe führt auf die oberste Plattform, wo man erst richtig merkt wie gross die Struktur ist. Es sollen 10'000 Arbeiter 10 Jahre an der Sonnenpyramide gearbeitet haben. Noch etwas weiter, am Ende der Strasse der Toten, liegt die etwa halb so grosse Mondpyramide, welche eine fantastische Aussicht auf die ganze Anlage offeriert.

 

 
Teotihuacan bei Mexico City
Strasse der Toten Teotihuacan
 
 

Nevado de Toluca, Estado de Mexico

Dieser Vulkan liegt ganz in der Nähe von der Stadt Toluca. Mit 4690 Metern ist er der viertgrösste Berg in Mexiko. Im Winter ist die Bergspitze oft von einer feinen Schneeschicht bedeckt und manch ein stolzer Mexikaner würde dann sogleich erwähnen, man könne auch Ski fahren dort.

Zu Fuss dauert der Aufstieg etwa 7-10 Stunden. Kleine Hütten bieten eine bescheidene Übernachtungsmöglichkeit. Für die Konditionsschwächeren führt aber auch eine Strasse bis zum Krater hoch. Die beiden Krater Seen sind der Sonne und dem Mond gewidmet und mit ihrem tief dunkelblauen Wasser bieten sie einen spektakulären Anblick. Von den Seen aus kann man noch der Kraterwand entlang auf den eigentlichen Gipfel wandern.

 

Nevado de Toluca Estado de Mexico
 

Tula, Hidalgo

Tula war die frühere Hauptstadt des Volkes der Tolteken. Auf der einten Pyramide thronen vier mächtige Atlanten, vier in Basaltstein gemeisselte Tolteken Krieger.

 

Tula Tolteken Krieger
 

Cacahuamilpa, Guerrero

Unweit der Silberstadt Taxco befindet sich eine weitere natürliche Attraktion, die Höhlen von Cacahuamilpa oder Las Grutas. Das Höhlensystem soll eines der grössten in Nordamerika sein, mit einer Länge von über 16 km, wobei man nur einen Bruchteil davon besuchen kann. Sehr amüsant sind die fantasievollen Namen, welche die Stalagmiten und Stalaktiten Formationen von den Führern erhalten haben.

 

Niedliche Tejones im Bundesstaat Guerrero
 

La Malinche Vulkan (4'500 m.ü.M.), Puebla

Ein lohnenswerter Tagesausflug von Puebla ist der Vulkan Malinche. In etwa 5 Stunden kann der oberste Kraterrand erwandert werden. Nur beim letzten Teilstück ab 4000 m kann einem die Höhe zu schaffen machen. Meine beiden Begleiter blieben somit lieber beim ersten Schneefeld zurück und entspannten sich bei einer Schneeballschlacht statt den Bergspitze zu ersteigen.

 

La Malinche Vulkan Krater
 

Cholula, Puebla

In der Nähe von Puebla liegt Cholula, eine der grössten jemals errichteten Pyramide, welche ein grösseres Volumen besitzt als die Pyramiden in Ägypten. Ursprünglich waren im Verlaufe der Jahre mehrere Pyramiden aufeinander gebaut. Doch die Spanier zerstörten das historische Bauwerk und bildeten ihrerseits eine Kirche darauf. Heutzutage kann man durch ein Tunnelsystem die verschiedenen Überbauungsschichten erkennen und erhält einen guten Eindruck der Ausmasse von Cholula.

 

Cholula Pyramide
 

El Tajin, Veracruz

Die antike Stätte El Tajin wurde wahrscheinlich von den Totonaken gegründet und war lange Zeit die einflussreichste Stadt im Osten von Mexiko. Das Prunkstück der hübsch in den Regenwald eingebetteten Anlage ist die Nischenpyramide, welche mit 365 Nischen verziert ist, wie das Jahr Tage hat.

 

Nischenpyramide von El Tajin im Staate Veracruz

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