Rundreise auf dem Salzsee Salar de Uyuni

Busfahrt von La Paz nach Uyuni

Die Busfahrt von La Paz in die nächst grössere Stadt Oruro dauerte drei Stunden. Obwohl es hier sicher ein Dutzend verschiedene Busunternehmen gab, hatten alle die gleiche abendliche Abfahrtszeit und wir mussten bis 21 Uhr ausharren, bis sich ein Nachtbus auf den Weg nach Uyuni, in den Süden des Landes machte.

Eigentlich sollten wir dort im Verlaufe des Morgens eintreffen, wobei vielleicht schon eine mögliche Reifenpanne einkalkuliert wurde. Da wir aber unfallfrei durchfuhren, erreichten wir die Zielstadt schon um 3 Uhr nachts. Somit gab es noch einige Stündchen Schlaf in einem spartanischen Hotelzimmer. In Uyuni boomt der Tourismus, angeblich über 50 Agenturen bieten ähnliche kombinierte Rundreisen zum Salzsee und durch den Südwesten Boliviens. Tatsächlich sollte es noch heute losgehen. Besser gesagt liess man uns genau eine Stunde zum Frühstücken und Packen. Mit von der Partie auf der Rundreise waren zwei Engländerinnen, zwei Italiener, ein Neuseeländer und der wichtigste Mann an Bord: Eddy der Reiseleiter, Fahrer und Koch in Personalunion.

Zugfriedhof Cementerio de Trenes

Zugfriedhof Cementerio de Trenes

Als erstes besuchten wir den "Cementerio de Trenes", wo früher für den Silbertransport gebrauchte Dampfloks und Wagons vor sich hin rosten. Einige Spassvögel haben sich darauf mit Sprüchen verewigt: "Asi es la vida" (So ist das Leben) oder "Se necesita un mecanico con experiencia... urgente!" (Mechaniker mit Erfahrung gesucht... dringend!)

Salar de Uyuni

Der Salar de Uyuni ist der weltgrösste Salzsee, der sich auf einer Fläche von über 12'000 km2 ausdehnt. Die jährliche Salzproduktion beläuft sich auf etwa 20'000 Tonnen, das meiste davon wird in mühsamer Handarbeit gewonnen. Mit Pickeln wird das Salz herausgelöst, in konische Hügelchen zum Trocknen aufgeschichtet und später in Säcke geschaufelt. Colchani ist so ein Salzverarbeitungsdörfchen. In einem kleinen, natürlich aus Salzblöcken hergestellten Museum kann man ein lebensgrosses Salzlama und Miniatur Salzfiguren und -häuschen bestaunen. Ein Highlight ist auch ein Nacht in einem der Salzhotels zu verbringen.

Salz Jeep Cruiser

Jeep-Tour auf dem Salar de Uyuni

Nun ging es so richtig los. Mit einem salzweissen Toyota Land Cruiser flitzten wir über das stark blendende, grösste sich vorstellbare Nichts. Nur Salz und Himmel, es schien als ob sich die Welt in eine weisse und eine dunkelblaue Hälfte geteilt hätte.

Isla de los Pescadores

Plötzlich tauchte am Horizont die "Isla de los Pescadores" (Fischerinsel) auf. Eddy raste auf die Insel zu, als ob wir uns auf einer gut geteerten Autobahn befinden würden. Etwa eine halbe Stunde später ankerte unser Autoboot in einer Salzbucht und wir machten uns auf Entdeckungstour. Ein lustigerweise alle 5 m mit einem Holzpfeil markierter Pfad führte über einen von Kakteen eingenommenen Hügel praktisch um die ganze Insel. Als wir von der gediegenen Wanderung an den Salzstrand zurückkehrten, hatte uns Eddy schon ein feines Lama-Steak zubereitet... natürlich gut gesalzen!

Nach etwa 50km gegen Süden erreichten wir den Rand des Salar de Uyuni. Eine Sandpiste führte uns einem Hügelzug entlang bis ins Wüstendörfchen San Juan, wo wir die Nacht in einer bescheidenen Herberge verbrachten, bevor wir die Rundreise im Südwesten fortsetzten.