Rundreise im Südwesten von Bolivien

Arbol de Piedra

Vom Salzsee Salar de Uyuni fuhren wir durch das Niemandsland der Wüste Siloli. Eine einsame Piste bahnte sich einen Weg durch die karge Landschaft. Der erste Höhepunkt der Rundtour durch den Südwesten Boliviens war der Blick auf den Vulkan Ollagüe, welcher die Grenze zu Chile markiert. Etwas weiter, mitten in der Sandwüste, stehen einige kuriose Steinformationen, unter anderem der bekannte "Arbol de Piedra" (Steinbaum), der in der Zwischenzeit eher vom vielen Abknipsen durch Reisefotos erodiert als von natürlichen Kräften.

Laguna Colorada

Einige Stunden holpriger Fahrt später erreichten wir einige bezaubernde Lagunen. Der bekannteste See ist die Laguna Colorada, deren eindrückliche rötliche Farbe von Algen und Plankton stammt. Die weisse Küstenlinie ist reich an weiteren Mineralien wie Sodium, Magnesium, Gips und Borax. Fasziniert streiften wir den Küsten entlang, Habitat von Tausenden von Flamingos. Die Vögel spazierten stolz umher und bei jedem Schritt meinte man, die nach hinten gekrümmten Beine müssten jeden Augenblick einknicken.

Ganz in der Nähe der Laguna Colorada bot eine lang gezogene Albergue einen Schlafplatz in einem 8er Zimmer. Unser Guide Eddy hatte vor, Spaghetti als Nachtessen zu offerieren. Doch die Italiener in unserer Reisegruppe ergriffen kurzerhand und voller Nationalstolz die Initiative und anerboten sich ihre Kochkünste zu beweisen. Tatsächlich wurde es ein feines, gemütliches Mahl. Zuerst sassen wir noch in T-Shirts und bei Tageslicht um den grossen Holztisch. Als aber die Dunkelheit einbrach, waren bald mal mehrere Kleiderschichten notwendig und nach einer Weile mit dem Generator als Stromquelle, erhellten schlussendlich nur noch Kerzen und Stirnlampen den Raum. Bei einer Flasche Singani (Traubenschnaps) liessen wir einen ereignisvollen Tag gemütlich ausklingen.

Heisse Quelle "Sol de Mañana"

Schon um 5 Uhr früh brachen wir auf. Der Jeep kletterte im Dunkeln auf fast 5000 m hoch, zum "Sol de Mañana" (Morgensonne) Geysir Becken, einem geothermischen Gebiet. Ein Geysir ist eine heisse Quelle, die ihr Wasser in regelmässigen oder unregelmässigen Abständen als Fontäne ausstösst. Zudem hat es hier auch die so genannten Schlammtöpfe oder Schlammsprudel, kochender und blubbernder Schlamm, der immer wieder in die Luft geschleudert wird. Nach einem wohltuenden Bad in den heissen Quellen und einem ebenso heissen Kaffee mit Rührei zum Frühstück, ging die Fahrt weiter in die südlichste Ecke von Bolivien.

Laguna Verde

Die Laguna Verde liegt spektakulär auf dem Hochplateau des bolivianischen Altiplano, auf rund 4300 m Höhe. Der türkis-grüne Farbklecks in der Landschaft scheint wie von einer anderen Welt. Die grünliche Farbe kommt vom Mineralien-Mix mit Blei, Sulfur und Calciumcarbonat. Nicht minder eindrücklich ist der fast 6000 m hohe Vulkan Licancabur, welcher über der Lagune thront.

Durch die Wüste Siloli

Einige unserer Gruppe verabschiedeten sich hier, da sie weiter nach Chile und dann Argentinien reisen wollten. Der Weg zurück nach Uyuni führte auf holprigen Geröllstrassen und Sandpisten durch die Wüste Siloli, vorbei am niedlichen Dörfchen Villa de Mar, welches kurioserweise das Wort "Meer" in seinem Namen hat. Obwohl die Strecke immer noch sehr attraktiv war, wurde man doch ein wenig "wüstenmüde" und die meisten Augen schlossen sich auf der 10-stündigen Rückfahrt nach Uyuni. Diese Rundreise ist aber definitiv einer der Höhepunkte in Bolivien.