Titicaca-See, Isla del Sol und Copacabana

Der See der Götter

Der Titicaca-See ist der zweitgrösste See Südamerikas, nur der Maracaibo See in Venezuela ist grösser. Er liegt auf dem bolivianischen Altiplano, auf einer Höhe von 3800 m und gibt mit seinem intensivblauen Wasser und den schneebedeckten Gipfeln der mächtigen Cordillera Real im Hintergrund ein magisches Bild ab. Dazu kommt noch seine geschichtliche und mythische Bedeutung. Die Inkas glaubten, dass ihr erster Stammesführer Manco Capac, ihre erste Gottheit Viracocha und sogar die Sonne selbst aus den tiefen des Sees entsprungen waren.

Noch heute gilt die "Isla del Sol" (Sonneninsel) als wichtige Pilgerstätte, speziell der "Stein des Pumas", Titi Khar'ka in der Aymará Sprache, woher auch der Name des Sees stammt. Die Bolivianer pflegen zu sagen, dass sie die "Titi" (Brüste) Seite, also die schönere, angenehmere Seite des Sees besitzen und die Peruaner die "Caca" (Scheisse) Seite.

Copacabana

Das niedliche Städtchen Copacabana ist auf der bolivianischen Seite des Sees die wichtigste Siedlung mit einer guten touristischen Infrastruktur. Es gibt viele gemütliche Hotels, welche sich gegenseitig den Ruf des besten Seeblicks streitig machen. Der Strand ist dabei nicht vergleichbar mit dem brasilianischen Namensvetter und das Wasser für die meisten wahrscheinlich zu kalt zum Schwimmen. 150 m über der Ortschaft thront der "Cerro Calvario" und bietet nach einem schweisstreibenden Aufstieg eine sicher lohnenswerte Aussicht, speziell bei Sonnenuntergang.

Ausflug auf die Isla del Sol

Sonneninsel auf dem Titicacasee

Frühmorgens tobte zwar noch ein kleiner Sturm, aber ziemlich bald legte er sich und wir begaben uns zum kleinen Hafen. Ein knapp seetaugliches Boot tuckerte in etwa zwei Stunden zur Isla del Sol. Als es auf der oberen, nördlichen Hälfte anlegte, empfing uns ironischerweise ein leichter Regen, doch im Verlauf des Vormittags zeigte die Sonne, warum das ihre Geburtsinsel ist. Ein kleines Museum stellt einige Fundstücke früherer Kulturen aus, etliche davon von Tiefseetauchern aus dem See gerettet.

Wanderung auf der Isla del Sol

In etwa vier Stunden kann man die äusserst attraktive Wanderung bis in den Süden der Insel bewältigen. Der immer gut zu erkennende Weg führte dem Hügelgrat entlang und bot herrliche Blicke auf kleine Buchten mit weissen Sandstränden und dem intensiven Dunkelblau des Wassers. Einsame Inselbewohner verkauften Getränke auf der Strecke, wieder andere zogen auch ohne etwas zu verkaufen Geld ein und verlangten einen Wegzoll von einigen Bolivianos. Dafür durften wir uns in das dorfeigene Gästebuch eintragen. In Yumani auf dem südlichen Teil der Insel gibt es eine Auswahl an Unterkünften, die meisten mit wunderbaren Aussichten auf das Seeleben, also sicher ein würdiger Ort um die Nacht zu verbringen.