Besonderheiten und Kuriositäten in China

(Keine) Reise-Knigge: Kultur und Traditionen

Die Etikette birgt für ausländische Touristen so einige Fettnäpfchen, China gilt bestimmt nicht als einfaches Land für Reisende. Die Verhaltensweisen der Chinesen nicht immer leicht zu verstehen, wirken befremdend und bei einigen wirkt das sogar wie ein Kulturschock. Doch schlussendlich ist es einfach anders und somit interessant und manchmal amüsant. Hier einige Auszüge aus meinen (amüsanten) Erfahrungen.

Die Speisekarten in China sind meistens nur auf chinesisch. Was tun? Am besten einfach die Augen schliessen, den Finger über der Karte kreisen lassen und das Schicksal entscheidet. Ich bin damit immer gut gefahren und man probiert Dinge, die man sonst vielleicht gar nicht ausgewählt hätte. Die Chinesen essen alles was kreucht und fleucht: Hunde, Frösche, Schnecken, Aale und anderes Getier. Und das beste dabei: Es darf nach Herzenslust geschlürft und geschmatzt werden. Also, die chinesischen Tischmanieren unbedingt ausprobieren!

Bei feierlichen Anlässen wird immer sehr viel gegessen und getrunken. Beim Alkohol gibt es wie eine Art Kampftrinken: Anstossen, herunter kippen, auffüllen, anstossen. Mit jedem Mittrinker sollte man mindestens dreimal anstossen, um sich als guter Freund zu bestätigen und nicht das Gesicht zu verlieren. Also bei vielen geladenen Gästen kann das noch zu einer echten Herausforderung werden, denn wer möchte schon sein Gesicht verlieren?

"Chchchch", da ist es wieder, dieses unangenehme, Speichel ansammelnde Geräusch. Und pflatsch, herraus gespuckt kommts. Spucken ist in China gang und gäbe, auch mal auf Teppiche im Restaurant oder in den Gang eines Reisebusses oder wie auch schon, hoffentlich aus Versehen, auf meine Füsse.

Die Chinesen rauchen schlimmer als jeder Kamin. Das kann auch gut mal während dem Essen sein und am liebsten dort, wo es so Schilder mit rot durchgestrichenen Zigaretten hat.

Die Sprache ist auch ein gutes Thema. Wegen einem groben Mangel an Englisch Kenntnissen wird man den ganzen Tag über mit "Good Morning" begrüsst. Aber schon bei einer einfachen Frage, wird einem eher verlegen zugekichert als geantwortet. Wobei die meisten Reisenden auch nur knapp mit einem "Ni hao" grüssen können, wenn überhaupt.

Wenn man einen Chinesen mal mündlich nicht versteht, schreiben sie es netterweise in ihren wunderschönen Schriftzeichen auf, zum besseren Verständnis. Alles klar?

Statt dem Warteschlangen-Prinzip bevorzugen sie das Alle-Auf-Einmal-Ellbogen-Prinzip. Da bildet sich halt eine grosse Menschenansammlung vor dem Schalter und derjenige der lauter schreit und das Geld durch das Schalterloch zu stecken vermag, wird sofort bedient. Logisch, oder?

Die öffentlichen Toiletten, sprich diese Kauer-Löcher, reihen sich oft ohne Türen eins ans andere. Wohl oder übel habe ich somit herausgefunden, dass kein einziger Chinese ohne Zigarette oder Zeitung sein Verdautes los wird.

Irgendwo klingelt immer ein Mobiltelefon. Es ist wirklich unglaublich, wie weit verbreitet das kleine Teil in China ist. Da kann jemand noch so ärmlich aussehen, mit selbst geflochtenen Sandalen und löchrigen Kleidern, ein Telefon haben immer alle dabei. Ausserdem lieben es die Chinesen laut zu sprechen, als möchten sie, dass alle Mitreisenden ihre Gespräche auch mitverfolgen können.