Inselhüpfen im Galapagos-Archipel


Die Galapagos Inseln in Ecuador sind bekannt für ihre einmalige Tierwelt. Man kann sich mit Seelöwen am Strand sonnen, die Blaufusstölpel beim Hochzeitstanz bewundern, mit Haien tauchen, die riesigen Galapagos Schildkröten ausspionieren, Pinguine beim Fischfang beobachten und mit Leguanen um die Wette faulenzen. Galapagos besteht aus etwa einem Duzend grösseren und vielen kleineren Inseln, die etwa 1000 km vor dem südamerikanischen Festland liegen. Die mit Abstand beste Wahl die in einem Nationalpark geschützten Galapagos Inseln zu besichtigen, ist sich einer geführten Gruppe auf einem Kreuzfahrtschiff anzuschliessen.

 

Reisen mit dem Boot Gaby II

Kleines Kreuzfahrtschiff auf Galapagos

Das Leben auf unserem Galapagos-Boot Gaby II (man munkelte, dass Gaby I gesunken war, aber die Nummer 2 erwies sich als zuverlässiges Transportmittel) war sehr aktiv und abenteuerlich. Täglich wurden mehrere Ausflüge auf die verschiedenen Galapagos Inseln unternommen. Gegessen und geschlafen wurde immer auf dem Schiff. An Land gelangte wir als Trockenlandung mit einem kleineren Zubringerboot oder als Nasslandung mit Flossen und Schnorchel schwimmend. Wegen den strengen Bestimmungen des Nationalparks zum Schutze des Tier- und Pflanzenraums, können die Inseln nur auf vorgegebenen Pfaden in Begleitung eines offiziellen Guides erkundet werden. Doch auch so ergeben sich auf kürzeren Wanderungen reichliche Gelegenheiten die Tierwelt des Galapagos-Archipels zu beobachten und die Eigentümlichkeiten der Inseln zu erforschen. Da die Distanzen von Insel zu Insel recht gross sein können, sind wir oft über Nacht noch einige Stunden weiter gefahren, damit es am nächsten Morgen gleich wieder etwas Spannendes auf einer neuen Insel zu entdecken gab.

1. Tag: Insel Baltra und Santa Cruz

Insel Baltra

Flamingos auf der Insel Santa Cruz

Der meist genutzte Flughafen der Galapagos Inseln befindet sich auf der Insel Baltra, welchen wir von Quito und Guayaquil kommend angeflogen wird. Hier erfolgte die Einschiffung auf unser Galapagos-Boot Gaby II.

Insel Santa Cruz

Nachmittags ankerte das Schiff vor der Insel Santa Cruz und schwammen und tauchten mit Schnorchel und Flossen zum Strand von Las Bachas. Hier besuchten wir zwei Lagunen mit kleinen Flamingo-Kolonien.

2. Tag: Islas Plaza und Santa Fé

Isla Plaza Sur und Plaza Norte

Galapagos-Leguan auf der Isla Plaza

Die beiden kleinen Plaza Inseln liegen gleich östlich von Santa Cruz. Wir besuchten die Insel Plaza Sur. Typisch und bemerkenswert war der rote Korallenstrauch, der nun in der Trockenzeit wie einen roten Teppich bildete. In der Regenzeit jedoch sind seine Blätter saftig grün und das Landschaftsbild ändert sich komplett. Unter den vereinzelt herumstehenden Opuntien (Kakteengewächs), verharrten die Leguane und guckten uns gelangweilt nach. Kleinen Drachen glichen die gelblich-orangen Landleguane mit ihren Punk-Frisuren und Rückenkämmen. Auf dem Lavagestein entlang der Küste sonnten sich die Seelöwen und und Seevögel wie Möwen und Tölpel gingen ihrem geschäftigen Alltag nach. Wir schnorchelten um die Insel Plaza Norte, in mitten vieler leicht beissenden oder kitzelnden Kleinfischen.

Insel Santa Fé

Während wir an Bord des Bootes einen Lunch einnahmen, tuckerte wir in südwestliche Richtung zur Insel Santa Fé. Unzählige Seelöwen begrüssten uns hier, die Männchen überwachten kritisch die Weibchen und die Jungen. Wir unternahmen einen längeren Spaziergang durch einen Kakteen-Wald bis zu den Klippen der Küste, wo sich Meerechsen bestaunen liessen.

3. Tag: Insel Española

Gardner Bay

Hochzeitstanz der Blaufusstölpel

Über Nacht hatten wir die abgelegene Insel Española, auch Hood Island genannt, erreicht. Wir besuchten zuerst die Gardner Bay und spazierten entlang einem weissen Sandstrand voller Seelöwen. Das Highlight war jedoch ein Schnorchel Trip zum Turtle Rock, einem in der Bucht gelegenen Felsbrocken. Es gab zwar keine Schildkröten, dafür aber konnten wir unter uns zwei Haie beobachten. Leider lief genau jetzt ein luxuriöses Kreuzfahrtschiff in die Bucht ein und vertrieb die Haie.

Punta Suárez

Der zweit Besucherstandort auf der Insel Española ist die Punta Suárez, einer der attraktivsten Orte auf Galapagos für die Vogelbeobachtung. Kolonien von Masken- und Blaufusstölpel fühlen sich hier sehr wohl. Wir hatten sogar das Glück den Hochzeits- oder Brauttanz der Blaufusstölpel beobachten zu können. Unbeholfen watschelten Albatros auf den Klippen umher. In der Luft bewiesen die Pelikane ihre Eleganz beim Fliegen und ihre Kaltblütigkeit beim Fischfang.

Eindrücklich war das Blasloch, einem Spalt in der Küstenklippe, wo durch den Druck des Wellengangs eine bis zu 20 m hohe Wasserfontäne in die Luft schiesst.

4. Tag: Insel Floreana

Punta Cormorant

Post Office auf der Insel Floreana

Bei der Punta Cormorant überquerten wir einen Hügel zu einem Strand mit so feinem Sand wie Mehl. Bei einer Lagune hielten sich einige Flamingos auf, drei waren mit Essen beschäftigt, drei hielten einbeinig ein Schläfchen.

Corona del Diablo

Die Teufelskrone (Corona del Diablo) ist ein versunkener Vulkankrater, ideal zum Tauchen und Schnorcheln.

Post Office Bay

Das Post Office ist ein mit angeschwemmtem Holz und Fässern gezimmertes Postbüro im Freien. Das System sieht vor, dass die Reisenden die für ihr Heimatland adressierte Post mitnehmen und daheim verschicken. Ganz interessant ist es sowieso, die eigentlich nicht für sich bestimmte Post durchstöbern zu können.

Sogar einen Fussballplatz gab es auf der Insel Floreana und wir spielten gegen die Crew unseres Bootes. Trotz unserer internationalen Mannschaft verloren wir ziemlich hoch gegen die barfuss spielenden, südamerikanischen Ballkünstler.

5. Tag: Insel Santa Cruz

Puerto Ayora

Galapagos-Schildkröte auf der Insel Santa Cruz

Wir kehrten zur Insel Santa Cruz zurück, auf die zweitgrösste Insel, geographisches und touristischer Mittelpunkt des Galapagos-Archipels. Das Städtchen Puerto Ayora ist die grösste Ortschaft der Inseln, mit ca. 9000 Einwohnern. Die meisten Einheimischen leben direkt oder indirekt vom Tourismus.

Hier befindet sich die Charles-Darwin-Forschungsstation und Verwaltung des Galapagos Nationalparks (Webseite: www.galapagospark.org). In einem kleinen Museum wird die Geschichte und Entwicklung der Inseln und Tierwelt erläutert. Sehr wichtig ist das Aufzuchtprogramm der Galapagos Schildkröten. Die Reisenden bekommen die einmalige Gelegenheit die etwa 250 kg schweren und bis 150 Jahre alt werdenden Riesenschildkröten zu bewundern. Bei unserem Besuch war ein Männchen auf einem Weibchen lautstark bemüht für Nachwuchs zu sorgen.

Nachmittags unternahmen wir einen längeren Spaziergang bis zum Lavatunnel, mit 2 km Länge und 10 m Höhe einer der grössten Lavatunnels weltweit.

Etwas westlich von Puerto Ayora erstreckt sich die Tortuga Bay, eine hübscher weisser Sandstrand, ideal zum Baden und Chillen. Der Weg ist teilweise mit Lavasteinen gepflastert und führt durch das typische Landschaftsbild mit den Opuntien-Kakteen.

6. Tag: Insel Rábida und Santiago

Insel Rábida

Seelöwe auf dem Kreuzfahrtschiff

Die Insel Rábida präsentierte einen eindrücklichen roten Sandstrand, wo sich junge Galapagos-Seelöwen tummelten. Sie watschelten auf Vorder- und Hinterflossen ungeschickt, aber mitunter erstaunlich schnell. Unter Wasser sind sie im Element und sehr elegante Schwimmer.

Insel Santiago

Die Insel Santiago diente früher den Piraten als Versteck nach Beutezügen in Ecuador und ganz Südamerika. Unsere Landung erfolgte an einem schwarzen Lavastrand mit zahlreichen sich sonnenden Meerechsen. Weisse Reiher jagten ihrem Frühstück nach, den Krabben und Krebsen. Kleine Schildkröten brachten sich in Sicherheit, als wir uns näherten. Wir spazierten der Küste entlang zu einer natürlichen Steinbrücke und zu Darwin's Toilet, einem Loch im Boden, welches sich bei Wellengang mit schäumendem Wasser füllt und sich dann wieder selbst wegspült.

7. Tag: Insel Santiago und Bartolomé

Insel Santiago

Insel Bartolomé mit Pinnacle Rock

Bei der Sullivan Bay führt ein Weg über ein nur etwa 200 Jahre altes Lavafeld. Die einmaligen, natürliche Formationen sehen aus wie viele ineinander geflochtene Stahlkabel.

Insel Bartolomé

Auf der Insel Bartolomé wanderten wir auf den Vulkan hoch. Der Panoramablick über die unwirkliche Landschaft mit dem Krater und Lavafeld, sowie die Landenge mit dem Zwillingsstrand und der skurrilen Felsnadel Pinnacle Rock im Hintergrund, wurde von uns diskussionslos zur schönsten Aussicht aller Galapagos Inseln gewählt.

Wir stiegen über das Lavagestein runter und spazierten dem Strand entlang zum Pinnacle Rock. Hier schwammen und schnorchelten wir mit den niedlichen Galapagos-Pinguinen um die Wette. Dies sind die kleinsten und vom Südpol am weitesten entfernt lebende Art Pinguine. Sie fühlen sich nur auf denjenigen Inseln wohl, welche vom kalten Humboldt-Strom umspült werden, wie die Isla Santiago.

8. Tag: Insel Seymour

Abschluss der Galapagos-Kreuzfahrt

Pelikan auf der Galapagos-Kreuzfahrt

Die letzte Insel die auf unserer Bootstour auf dem Programm stand war die Insel Seymour. Bekannt ist Seymour für seine grossen Kolonien der Blaufusstölpel und Fregattvögel. Wir durften beobachten wie ein Männchen und Weibchen umeinander tänzelten im Balzritual. Die Männchen der Fregattvögel warben durch das Aufblasen des roten Kehlsackes um die Gunst der Weibchen. Pelikane kreisen zuerst über uns und dann lässt sich einer in unserer unmittelbaren Nähe nieder.

Insel Baltra

Die Insel Seymour liegt leicht nördlich der Flughafen-Insel Baltra. Voller unvergesslicher Eindrücke verliessen wir unser Kreuzfahrt-Boot und kehrten mit dem nächsten Flug aufs Festland von Ecuador zurück.

Reiseinformationen

Anreise

Regelmässige Flugverbindungen mit TAME ab Quito, mit Zwischenlandung in Guayaquil nach Baltra. Dort wird man meist abgeholt und zu seinem Kreuzfahrtschiff gebracht. Alternativ gelangt man mit einer Fähre auf die Insel Santa Cruz, und mit dem Bus weiter nach Puerto Ayora, in die grösste Ortschaft des Galapagos-Archipels.

Rundreisen

Am besten lernt man die Galapagos Inseln auf einer mehrtägigen Rundreise mit einem Boot kennen. Empfehlenswert ist eine Expedition von mindestens 8 Tagen. Um auch zu den äussersten Inseln des Archipels zu gelangen, braucht man etwa zwei Wochen und ein entsprechendes Budget. Alternativ können von Puerto Ayora aus Tagesausflüge zu den umliegenden Inseln unternommen werden.

Galapagos-Kreuzfahrten

Die Preise variieren je nach Dauer und Komfort des Schiffes. Budget-Boote verlangen für eine 4-tägige Tour ca. USD 600. Luxuriöse Kreuzfahrtschiffe können für eine 14-tägige Rundreise gut USD 9000 kosten. Die Kreuzfahrt zu den Galapagos Inseln kann man schon zu Hause in einem Reisebüro oder bei einem renommierten online-Anbieter buchen. Backpacker und Globetrotter, welche zeitlich flexibel sind, können sich auch in Ecuadors Hauptstadt Quito oder auf der Insel Santa Cruz für einen last-minute Deal umsehen. Wir haben unser Schiff Gaby II bei einer lokalen Agentur in Quito zu einem sehr attraktiven Preis gebucht, also nur noch etwa die Hälfte der online-Angebote.

Beste Reisezeit

Die Galapagos Inseln können das ganze Jahr über bereist werden.