Auf Reisen in Kolumbien


Die Rundreise durch Kolumbien führte uns von der Hauptstadt Bogota aus im Uhrzeigersinn einmal rund um das südamerikanische Land. Highlights gab es dabei viele zu erleben, insbesondere gefiel uns die Tatacoa-Wüste und die Region von San Agustin sehr gut. Der Aufenthalt im Kaffee-Anbaugebiet war durch viele herzliche Begegnungen geprägt. Und was wäre eine Reise nach Kolumbien ohne den Besuch von Cartagena, der Perle an der karibischen Küste.

Anreise nach Bogota

Kolumbiens Hauptstadt Bogota

Historisches Zentrum der kolumbianischen Hauptstadt Bogota.

Wir starteten unsere Reise in Bogota, der quirligen Hauptstadt von Kolumbien. Der Besuch der kolonialen Altstadt mit der Plaza de Bolivar, dem Museo de Oro und dem Kloster mit dem sehr guten lokalen Reiseleiter Alessandro, war sicher ein guter Einstieg um sich langsam auf Kolumbien einzustimmen. Empfehlenswert ist bestimmt auch der Ausflug mit der Seilbahn, hoch zum Wallfahrtsort Monserrate, mit einem eindrücklichen Ausblick auf die Millionenstadt Bogota.

Unterwegs mit einer kolumbianischen Chiva

Kolumbianischer Bus genannt Chiva

Mit den farbenfrohen Chivas werden Personen, Tiere und Güter transportiert.

Mit einem absolut authentischen Kolumbien-Reisefeeling ging es weiter, auf der Fahrt in der Chiva, einem offenen Lastwagenbus. Wir waren absolut begeistert von der aufrichtigen und interessierten Art der kolumbianischen Bevölkerung. Auch sind wir in Südamerika selten solch freundlichen, und hilfsbereiten Leuten, wie auch Polizei-und Militärkräfte begegnet. Die Kolumbianer sind überaus herzlich und gaben uns gerne und stolz über ihr Land, die Gewohnheiten und Bräuche Auskunft.

Wir fuhren aus der Hauptstadt zum Nationalpark Sumapaz, wo eine natürliche Brücke einen schwindelerregenden Blick tief runter in die Schlucht und auf den brausenden Fluss ermöglicht. Nach der Fahrt durch die Tiefebene des Rio Magdalena, einem der grössten Flüsse des Landes, gelangten wir zu einem der Top-Highlights in Kolumbien: die Tatacoa-Wüste.

Kakteen und Schluchten in der Tatacoa-Wüste

Tatacoa-Wüste

Eindrückliche Gesteinformationen in der Tatacoa-Wüste.

Die Wüste ist einer starken Erosion unterworfen und weist eine relativ begrenzte Flora und Fauna aus, die sich der minimalen Feuchtigkeit und den hohen Temperaturen angepasst haben. Zu ihren Vertretern gehören Schildkröten, Schlangen, Skorpione, Spinnen, Adler und kleiner Raubkatzen, die sich diesen kargen Lebensraum teilen. Die bizarren Gesteinsformationen und die riesigen, kerzenhalterartigen Kakteen verleihen der Wüste einen mystischen Touch.

Unesco-Weltkulturerbe San Agustin

Steinskulpturen in San Agustin

Nur die Steinskulpturen sind Zeugen der geheimnisvollen San Agustin-Kultur.

Die geheimnisvollen archäologischen Ausgrabungsstätten von San Agustin gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Kolumbien. Wir versanken in eine längst vergangene Zeit der Zeremonienstätte mit den mystischen Steinskulpturen in der grün leuchtenden Landschaft. Die ganze Gegend bezauberte uns durch die wunderbare Natur.

Die weisse Stadt Popayan

Historisches Stadtzentrum von Popayan

Popayan wird auch die "Weisse Stadt" genannt, aufgrund der vielen weiss getünchten Häuser.

Popayan ist eine wunderschöne Kolonialstadt im Westen Kolumbiens. Aufgrund der vielen weissen Gebäuden, wird Popayan auch die Weisse Stadt genannt. Wir spazierten gemütlich durch die von Strassenlaternen gesäumten Gassen, bestaunten die unzähligen Kirchen und Klöster und genossen auf den Plazas den ausgezeichneten kolumbianischen Kaffee, der als einer der besten der Welt gilt.

Apropos Kaffee! Ob wir Lust hätten das Anbaugebiet des soeben getrunkenen Kaffees zu besichtigten, fragte uns der zurückhaltend lächelnde Kellner des zentral gelegenen Cafés. "Mein Bruder arbeitet als Verwalter auf einer Plantage, welche auch den Ökotourismus fördert", Unsere erste Reaktion war typisch europäisch: trocken und diplomatisch. Wir müssten zuerst die Fortsetzung unserer Reise klären, entgegneten wir. Unser Kellner, der sich nun als José Arias vorstellte, verschwand kurz und kehrte mit einem kopierten Blatt Papier zurück, mit den Kontaktdaten und einer kurzen Beschreibung des Projekts.

Skeptisch und vorsichtig wie wir waren, liessen wir die Information von unserem Hotelbesitzer und auch einem Beamten im Regierungsgebäude rückbestätigen. Beide kannten das Projekt und versicherten uns, dass wir dies gerne machen könnten. Beim nächsten Besuch im Café sagten wir also José zu. Wir wollten das Projekt während einer Woche besuchen und als Volontäre mithelfen. Seine Freude war riesig und er anerbot, am kommenden Wochenende mit uns die Reise ins etwa zwei Stunden entfernte Dorf zu unternehmen.

Volunteer-Einsatz auf kolumbianischer Kaffee-Farm

Dorf-Fest in Kolumbien

Farbenfrohe Teilnehmer am Dorf-Fest im Hinterland von Popayan.

So fuhren wir also mit einem öffentlichen Bus ins hügelige Hinterland von Popayan. Dort angekommen, wurden wir von der halben Dorfbevölkerung während einer feierlichen Zeremonie am Dorf-Fest begrüsst und unserer Gastfamilie zugeteilt. Für die nächste Woche teilten wir mit einer kolumbianischen Familie den Arbeits- und Familienalltag.

Mit unserem mittelmässigen Spanisch und dem gezielten Einsatz von Händen und Füssen, konnten wir uns prima unterhalten. Die anfängliche Zurückhaltung unserer Gastfamilie war rasch verflogen. Raimondo und Mirta lebten schon in dritter Generation in einem bescheidenen, jedoch hübsch eingerichteten Haus etwas abseits des Dorfzentrums. Ihre drei Kinder waren schon alle ausgeflogen, die zwei Jungen studierten in Cali und die Tochter war bereits verheiratet und lebte im nördlichen Kolumbien.

Nachdem wir am nächsten Tag von Raimondo und Vicente, dem Bruder des Kellners, über die Wissenschaft der Kaffeeproduktion aufgeklärt wurden, legten wir los mit dem Pflücken der Kaffeekirschen. Mit europäischer Effizienz hatten wir die uns zugewiesenen Pflanzen recht schnell abgeerntet, da nur die reifen, roten Kirschen gepflückt werden dürfen. Am ersten Tag hatten wohl alle erbarmen mit uns. Nachmittags wollten sie mit uns Domino spielen, zeigten uns eine kleine Rösterei und natürlich durften wir auch den frischen Kaffee kosten.

An den folgenden Tagen nahmen uns die beiden Kolumbianer etwas weiter den Berg hoch, wo gegen 20 Erntehelfer im Einsatz standen. Dies war wirklich eindrücklich, wie die Bauern fleissig waren, fast ohne auszuruhen, mit jeweils nur einer kurzen Verschnaufpause um die Mittagszeit.

Es war ein intensiver, lehrreicher Austausch, kaum zu übertreffen an Eindrücken, Emotionen und Erlebnissen. Wir verabschiedeten uns ganz herzlich von all den netten Leuten die wir kennenlernen durften uns setzten unsere Reise im Norden Kolumbiens fort.

Die Karibikküste Kolumbiens

Strand an Kolumbiens Karibikküste

Die karibische Küste bietet eine willkommene Pause von der Rundreise.

Von Cali aus gelangten wir mit einem Inlandflug an die karibische Küste von Kolumbien bei Santa Marta. Hier besuchten wir den Nationalpark Tayrona. Auf verschlungenen Wegen durchquerten wir den üppigen Regenwald, vorbei an einsamen Buchten und kuriosen Steinformationen. Leider bekamen wir keine Affen zu sehen, hörten aber deren skandalöses Getue nur allzu deutlich. Dafür erspähten wir die Pelikane, welche im Sturzflug ins Wasser auf der Jagd nach Beute waren. Mitten im Dschungel nächtigten wir in einer Eco-Lodge, mit einem nahe gelegenen Strand mit kristallklarem Wasser.

Begegnung in der Sierra Nevada

Zuerst mit einem Fahrzeug, dann zu Fuss, erklommen wir die Hänge der Sierra Nevada, eines der höchsten Küstengebirge der Welt. In den Tälern leben verschiedene Indianerstämme. Die Begegnungen mit den Kogi-Indianern, welche kaum spanisch sprechen, beeindruckte uns tief. Als wir dann noch die Stammes-Schamanen im Wald kreuzten, welche uns von Opfer-Ritualen ihrer heiligen Stätten erläuterten, wurde uns so richtig bewusst, welch speziellen Menschen mit Jahrtausend alten Traditionen wir begegnen durften.

Wellness im Vulkankrater

Ein ganz besonderes Erlebnis bereicherte den heutigen Tag: das Wellness-Bad im Schlammvulkan El Totumo. Über eine hölzerne Treppe erklommen wir den Kraterrand, und gönnten uns ein erholsame Bad in den heissen Thermen, sowie die Massagen im Schlammvulkan. So muss baden in Schokoladesauce sein.

Cartagena de Indias, die Perle der Karibik

Stadtzentrum Cartagena

Die fantastische Stadt Cartagena an der karibischen Küste.

In der historischen Altstadt von Cartagenas (ein weiteres Unesco-Kulturerbe), fühlten wir uns wie im Traum mit den Strassenmusiker und heissblütigen Tänzer auf den schmucken Plätzen. Parfüm-, Kaffee- und Blumenduft vermischten sich zu einer ganz besonderen Aura. Wir besichtigten das beeindruckende Fort San Felipe de Barajas, eine gewaltige Festungsanlage auf einem Hügelzug gelegen. Vom Convento de la Popa, einem alten Augustiner Kloster, hatten wir eine superbe Aussicht auf die hübsche Stadt Cartagena und das karibische Meer. Abends luden die vielen Bars der Stadt zur Fiesta Columbiana und boten uns die Gelegenheit ausgiebig das Tanzbein zu schwingen.

Karibischer Traumstrand auf der Insel Baru

Ein Schnellboot brachte uns heute Morgen von Cartagena zur Karibikinsel Baru. Am Traumstrand der Playa Blanca liessen wir als krönender Abschluss die Seele baumeln. Karibik-Feeling pur – gracias Colombia für diese wunderbare Rundreise – wir kommen wieder!