Tierparadies Etosha Nationalpark

Zu Besuch bei Elefanten, Giraffen und Löwen

Der Etosha Nationalpark ist zweifellos einer der Höhepunkte einer Reise durch Namibia, zählt er doch zu den attraktivsten Wildparks Afrikas mit seinen vielfältigen Tierwelt, ideal für eine Safari. Da sich der Wildbestand durch Jäger und Sammler früher stark reduzierte, wurde die Region 1907 zum Naturschutzgebiet erklärt und 1958 der Etosha Nationalpark geschaffen. Etosha bedeutet "grosser weisser Platz" und bezieht sich auf die 130 km lange und 70 km breite Salzpfanne, die dem Park ihren Namen gegeben hat. Mit einer Fläche von 22'000 km2 ist das Schutzgebiet rund halb so gross wie die Schweiz.

 

Geschichte und Geologie

Vor Millionen von Jahren erhielt die Etosha Senke durch Flüsse Wasser, doch als sich die Flussläufe änderten, begann der See auszutrocknen und an der Oberfläche bildete sich eine Salzkruste. Nur in sehr regenreichen Jahren sammelt sich heute in der Etosha-Pfanne noch Wasser, welches jedoch nach kurzer Zeit wieder verdunstet. Dort wo Kalkstein dominiert, versickert das Wasser und sammelt sich in unterirdischen Höhlen und Seen. Bei undurchdringlichen Gesteinsarten gelangt das Wasser wieder an die Oberfläche und formt die für die Tiere überlebenswichtigen Wasserlöcher. Neben den natürlichen Wasserstellen sind auch zahlreiche künstliche Seen erstellt worden, welche den Tierreichtum des Etosha Nationalparks erst ermöglicht haben.

Flora

Die Etosha-Pfanne ist bis auf einige Grässer vegetationsarm. Die übrigen Gebiete des Parks werden von Grasland, Trockenbuschsavannen und Baumsavannen eingenommen. Bei den Bäumen dominiert der von Elefanten geliebte Mopane-Baum, daneben wachsen hier grosse Tambuti- und Blutfruchtbäume, sowie verschiedene Akazienarten.

Fauna

Elefant

Elefanten im Etosha Nationalpark

Es ist ein sehr imposantes Bild, wenn eine Herde Elefanten nur einige Meter von den Beobachtern entfernt vorbeizieht. Die grauen Riesen können bis zu 6 Tonnen wiegen und müssen dazu bis 300 Kilo Gras, Blätter und Früchte essen, sowie 100-200 Liter Wasser trinken. An den Wasserlöchern im Park, hat man sehr gute Chancen die afrikanischen Elefanten zu erleben.

Giraffe

Giraffen bestaunen sich

Die Giraffen in Namibia streifen gerne durch offene Savannen mit Akazien-Bäumen, welche als Blätter-Lieferant dienen. In einem gemütlichen Gang stolzieren sie umher und fallen erst in einen leichten Trab, wenn die Safari-Gänger zu nahe geraten. Ein Schauspiel bieten die Giraffen beim Trinken, wenn sie behäbig die Vorderbeine spreizen und einknicken, um überhaupt mit dem Kopf zum Wasser zu gelangen.

Nashorn

Nashorn auf Safari-Trip

In den 1980er Jahren wurden die Nashörner in Namibia durch Wilderer stark dezimiert. Das Horn wurde in Asien als Aphrodisiakum und in Arabien z.B. als Dolchgriff auf dem lukrativen Schwarzmarkt verkauft und nur deshalb wurden viele Tiere abgemetzelt. Erst in wohlbehüteten Naturparks wie z.B. dem Krüger Nationalpark in Südafrika oder dem Etosha Nationalpark in Namibia, konnte sich die Population wieder vermehren. Trotzdem ist es immer mit etwas Glück verbunden, um im Etosha ein Nashorn zu sichten.

Löwe

Löwe im Nationalpark

Der Löwe, der König der Tiere, ist die grösste der Raubkatzen und auch in Namibia zu Hause. Nur die männlichen Tiere haben die charakteristische Mähne, meist liegen sie genüsslich im Schatten und machen Siesta. Löwinnen übernehmen nachts das Jagen. Auch im geschützten Bungalow sitzt man schon mal plötzlich kerzengerade im Bett, wenn ein Löwe lautstark brüllt.

Zebra

Zebras in Etosha

Zebras sind einfach wunderschöne Tiere mit ihren schwarz-weissen Streifen und dem den ganzen Körper einnehmenden natürlichen Kunstwerk. Sie leben in kleinen Familienverbänden oder auch in Herden mit Tausenden von Artgenossen. Sie ziehen grasend umher, entfernen sich jedoch nie zu weit von bekannten Wasserstellen, deshalb sieht man Zebras auch sehr oft im Etosha Nationalpark.

Reiseinformationen

Zutritt

Da der Park komplett eingezäunt ist, erhalten die Besucher nur durch einige wenige Tore Zutritt. Von der namibischen Hauptstadt Windhoek her kommend ist der Eingang unweit des Okaukejo-Camp wahrscheinlich der direkteste Weg ins Tierparadies.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für einen Besuch im Etosha Nationalpark ist die Trockenzeit in den Monaten Mai bis Oktober. In der Trockenperiode sammelt sich das Wild an den zugänglichen Wasserstellen und kann gut beobachtet werden. In der Regenzeit sind die Tiere nicht auf die Wasserlöcher angewiesen und deutlich weniger Wild kann gesichtet werden. In der Trockenzeit sind die Temperaturen angenehmer, sie schwanken zwischen 10 und 30 Grad.

Safari

Die Pisten im Park können selbst befahren werden, es ist kein offizieller Safari-Guide oder gebuchte Tour notwendig. Grundsätzlich können die Routen mit einem normalen PKW erkundet werden, ein geländegängiges Fahrzeug ist für eine ausgedehntere Safari jedoch empfehlenswert.

Unterkunft

Es gibt im Etosha Park fünf staatlich organisierte Camps von Namibia Wildlife Resorts (nwr.com.na). Das im Süden gelegene Okaukuejo-Camp ist berühmt für sein zu Fuss zugängliches und nachts beleuchtetes Wasserloch, wo fast andauernd Tiere beobachtet und fotografiert werden können. Die Sitzbänke entzaubern zwar den Mythos einer afrikanischen Safari, doch scheint das weder die Tierwelt, noch die Reisenden zu stören. Die Unterbringung erfolgt in gediegenen Bungalows. Wer Wert auf eine luxuriöse Unterkunft legt, wählt alternativ das Dolomite Resort oder Onkoshi Resort.