Abenteuer- und Reisebericht einer Expedition im Amazonas


Trekking im Amazonas Regenwald von Peru. Von der Stadt Yurimaguas fuhren wir mit einem Boot den Rio Paranapura hoch, bis die Untiefen eine Weiterfahrt verunmöglichten. Zu Fuss erkundeten wir die Heimat der Chayahuitas Indianer mitten im dichten Amazonas Dschungel.

Luis und die Amis

Eines Abends tauchte der Peruaner Luis in unserem Hotel auf. Er gesellte sich zu uns und fing an von seinen Expeditionen in den Amazonas zu erzählen. Ganz nebenbei erwähnte er, dass er morgen mit einer Gruppe Amerikaner erneut zu einem Abenteuer aufbrechen würde. Er lud mich spontan ein mitzumachen. Da musste ich nicht lange überlegen, ja klar wollte ich mit!

Mit dem Boot auf dem Rio Huallaga

Affe begleitet uns auf dem Urwald Trekking

Am nächsten Tag traf tatsächlich eine Gruppe Amerikaner ein. Alle wussten schon von mir als neuem Team Member und schüttelten mir zwischen skeptisch und erwartungsvoll die Hand. Nun waren meine letzten Zweifel ausgeräumt, es galt ernst.

Schnell packte ich meine letzten Sachen zusammen. Ein Packpack blieb in Yurimaguas zurück und das andere war für das Trekking gerüstet. Gegen Mittag marschierten wir zum Fluss runter und beluden zusammen mit der peruanischen Crew das Boot. Wir fuhren zuerst den Rio Huallaga hoch, bis es zu dunkeln begann. In einem Zeltcamp verbrachten wir die erste Nacht Outdoor mitten im Amazonas Regenwald von Peru.

Trekking durch den Regenwald

Flussquerung auf dem Amazonas Trekking

Nach einer längeren Bootsfahrt weiter den Fluss hoch, erreichten wir endlich den Ausgangspunkt für das Trekking. Wir schulterten unsere Rucksäcke und los ging es. Mir war es deutlich lieber zu Fuss unterwegs zu sein, als auf dem Boot. Es galt einige hüfttiefe Flüsse zu überqueren. Einmal gelangten wir zu einem Fluss mit einer zu starken Strömung. Hier halfen uns einige indigene Dorfbewohner mit ihren Einbäumen aus.

Auf Dschungel-Pfaden

Der Boden war tief und schlammig, das Vorwärtskommen war anstrengend. Je weiter wir vordrangen, desto überwachsener wurde der Pfad. Aber nur selten brauchten wir eine Machete, um den Weg frei zu machen. In Einerkolonne marschierten wir durch den dichten Dschungel, jeder mit seinen Gedanken beschäftigt.

Camp beim Wasserfall

Dschungel-Camp bei den Wasserfällen

Luis erklärte einen kleinen Wasserfall zu unserem nächsten Camp. Wir kümmerten uns zuallererst um die Zelte und die Unterstände. Während die peruanische Crew sich daran machte das Abendessen zuzubereiten, vergnügten wir uns danach im erfrischenden Wasser gleich unterhalb des Wasserfalls.

Heftiger Regen

Der nächste Morgen begrüsste uns mit einem kräftigen Regen. Nur gut hatte ich all meine Habseligkeiten in Plastiksäcke abgepackt und so konnte eigentlich nicht viel passieren. Wir beschleunigten das Tempo, da Luis uns versicherte, unweit befinde sich eine kleine Ansiedlung. In der Hütte einer Familie fanden wir Unterschlupf und genossen die angebotene Hühnchensuppe.

Der Regen wütete immer noch und wir stellten uns der Herausforderung. Wir stapften mehr oder weniger motiviert durch das Nass des Dschungels. Es sollte den ganzen Tag so weitergehen. Doch nässer konnten wir nicht mehr werden, deshalb wurde die Stimmung auch wieder besser und die Amis liessen einen dummen Spruch nach dem anderen fallen.

Nachtlager in der Schule

Kinder des Chayahuita Volkes in Peru

In einem nächsten Dorf anerbot uns der Häuptling, uns im Schulgebäude einzurichten. Unter scharfer Beobachtung der Dorfbewohner schoben wir jeweils zwei Tische zusammen, dies ergab eine Liegestätte. War bestimmt angenehmer, als der steinige und nasse Boden.

Auf dem Rückweg

Wasserfall als Endpunkt des Trekkings

Mit einem Stecken zeichnete Luis die Route der bevorstehenden Trekking-Tour in die Erde. Nichts Neues. Hier ein schmaler Pfad, dort eine Flussquerung... und natürlich die unendliche Weite des Amazonas Regenwaldes.

Die Etappe war intensiv, forderte uns alles ab. Das Essen war uns auch ausgegangen. Statt einer weiteren Zeltnacht in der Wildnis, entschieden wir uns also, gleich bis zum Rio Huallaga zurückzukehren, wo unser Boot lagerte.

Flussfahrt nach Yurimaguas

Ausgebaute Route im Amazonas Regenwald

Niemand rührte sich vor 9 Uhr, alle waren ziemlich am Anschlag. Nur der Bootsführer wurde nervös und drohte ohne uns abzufahren. Das wirkte Wunder. In 10 Minuten war alles im Rucksack verstaut und in weiteren 10 Minuten das Frühstück mit Eiern und selbst gemachtem Brot verschlungen.

In einem einzigen Tag meisterten wir flussabwärts die gleiche Distanz, wozu wir vorher zwei Tage gebraucht hatten gegen die Strömung. Mit bestem Timing erreichten wir gegen Abend Yurimaguas. Selbsterklärend freute ich mich auf die erste richtige Dusche seit fast einer Woche und auf eine Nacht in einem richtigen Bett.

Mit dem Schiff auf dem Amazonas

Bald jedoch hiess es Abschied nehmen von Yurimaguas, die Reise sollte weitergehen, mit einer Schifffahrt auf dem Rio Amazonas nach Iquitos.

Reisebericht: camino10-Team